25.07.2022

Evangelische Allianz: Christen unterstützen Suizidprävention

Bundestagsabgeordnete für mehr Zuwendung, Beratung, Unterstützung

Vetter: Suizidprävention zum Thema in Gemeinden machen

Lars Castellucci, Petra Pau, Hermann Gröhe, Konstantin von Notz, Volkmar Klein (v.l.)

Die Evangelische Allianz in Deutschland hat sich für eine umfassende Stärkung der Suizidprävention ausgesprochen. Der Beauftragte der Evangelischen Allianz Deutschland am Sitz des Deutschen Bundestages und der Bundesregierung, Uwe Heimowski (Berlin) begrüßte den von zahlreichen Bundestagsabgeordneten eingebrachten Aufruf an die Bundesregierung, einen Gesetzentwurf zur Stärkung der Suizidprävention vorzulegen. 

„Mehr als 9.000 Personen nehmen sich in jedem Jahr in Deutschland das Leben. Wir haben als Christen die Verantwortung, Menschen in Krankheits- und Krisensituationen zur Seite zu stehen. Der von Lars Castellucci (SPD) eingebrachte, überparteiliche Gesetzesentwurf zeigt konkrete Maßnahmen, um eine dringend notwendige Stärkung der Suizidprävention voranzubringen“, sagte Uwe Heimowski.

„Suizidprävention zum Thema in Gemeinden machen“

Der erste Vorsitzende der Evangelischen Allianz, Ekkehart Vetter, fordert christliche Gemeinden und Verbände auf, Gründe für Suizide und Suizidprävention zu thematisieren: „Es ist wichtig, dass sich Christen nicht nur für aktuelle politische Debatten interessieren, sondern Impulse wie das angestrebte Gesetzesvorhaben zur Suizidprävention in den Gemeinden auch praktisch umsetzen. Dazu gehören Themenabende mit geeigneten Experten und Initiativen, durch die Menschen ermutigt werden, sich in einer Lebenskrise an Vertrauenspersonen zu wenden.“

Der von rund 100 Abgeordneten des Deutschen Bundestages unterstützte Entwurf zur Suizidprävention ist laut Unterzeichner insbesondere vor dem Hintergrund des erleichterten Zugangs zum assistierten Suizid notwendig. Im Februar 2020 urteilte das Bundesverfassungsgericht, dass die Freiheit, sich das Leben zu nehmen, auch die Freiheit umfasst, hierfür bei Dritten Hilfe zu suchen und diese Hilfe, soweit sie angeboten wird, in Anspruch zu nehmen. Daher sowie aufgrund psychischer Belastungen infolge der Corona-Pandemie sei – je nach gesetzlicher Ausgestaltung des Urteils – möglicherweise sogar von einem deutlichen Anstieg assistierter Suizide auszugehen, heißt es in dem Entwurf.

„Zur Geschichte der Christen gehört es seit Jahrhunderten, sich für körperlich und seelisch kranke Menschen einzusetzen. Christen haben die ersten Hospize und Krankenhäuser gegründet. Es gehört zu unserer Verantwortung, uns für die Stärkung von Hospizen, palliativmedizinischer Betreuung und Krankenhausseelsorge zu engagieren“, ergänzte Uwe Heimowski. „Die Begleitung von Menschen in jeder Lebensphase ist wichtig, von den Ungeborenen über Kinder und Erwachsene zu Senioren, Pflegebedürftigen und Sterbenden.“

Die Evangelische Allianz in Deutschland (EAD) mit Sitz in Bad Blankenburg ist ein eingetragener Verein, dem sich ein Netzwerk von evangelischen Christen und Organisationen aus verschiedenen Kirchen und Gemeinschaften zugehörig fühlt. Die theologische Basis der Allianz ist das biblische Zeugnis von der Erlösung der Menschen durch Jesu Tod und Auferstehung. Erster Vorsitzender der EAD ist Pastor Ekkehart Vetter, Generalsekretär ist Dr. Reinhardt Schink. Zum Netzwerk der EAD gehören rund 1000 örtliche Allianzkreise, in denen sich Christen aus verschiedenen lokalen Gemeinden und Organisationen, aus Landes- und Freikirchen sowie christlichen Gruppen und Werken treffen, um vor Ort zusammenzuarbeiten. Arbeitsfelder der Allianzmitglieder sind diakonische, pädagogische, publizistische und missionarische Aktivitäten in mehr als 370 Einrichtungen, allein in Deutschland. Die EAD ist Mitglied der weltweiten Evangelischen Allianz, die mit 600 Mio. Mitgliedern in 129 Ländern international die größte kirchliche Vereinigung nach der Katholischen Kirche ist. Die Evangelische Allianz wurde 1846 als weltweiter Verbund in London gegründet. Damit ist sie der am längsten bestehenden gemeindeübergreifenden Zusammenschluss evangelischer Christen.

Kontakt: presse@ead.de | mehr Bildmaterial hier

Wenn Sie sich selbst betroffen fühlen von Suizidgedanken, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge (www.telefonseelsorge.de). Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die schon in vielen Fällen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen konnten.

Die organisierte Beihilfe zum Suizid

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