15.12.2008
Nach umstrittener Veröffentlichung in Schülerzeitung "Q-rage"
Baake fordert Rücktritt des Präsidenten der Bundeszentrale für politische Bildung
Nach umstrittener Veröffentlichung in Schülerzeitung "Q-rage"
Baake fordert Rücktritt des Präsidenten der Bundeszentrale für politische Bildung
W e t z l a r - Der Geschäftsführer des Christlichen Medienverbundes KEP, Wolfgang Baake (Wetz-lar), hat sich in einem Brief an Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) empört über das Verhalten der "Bundeszentrale für politische Bildung" (BpB) gezeigt. Baake forderte die Bundesregierung auf, sich vom Inhalt der Schülerzeitung "Q-rage", die aus Steuergeldern finanziert wird, zu distanzieren.
In dem Anschreiben, das der Zeitschrift beiliegt, wird der BpB-Präsident, ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete und Pfarrer Thomas Krüger wie folgt zitiert: "In der Zeitung finden sich interessante Informationen, wie islamistische und evangelikale Gruppen, die wichtige Freiheitsregeln in Frage stellen, Jugendliche umwerben." Damit stelle er evangelikale Christen auf eine Stufe mit islamistischen Gruppen, so Baake. "Weitere gravierende Fehler des Briefes verdeutlichen, dass Krüger mit dieser Aufgabe überfordert ist und seinen Platz räumen sollte."
Evangelikale Christen sind nicht verfassungsfeindlich
Die aktuelle Ausgabe der seit 2001 von der BpB und weiteren Bundesbehörden geförderten Schülerzeitung "Q-rage" (Auflage: 1.000.000) diskriminiere evangelikale Christen, so Baake weiter. Die beiden Jungautoren des Artikels werfen den Evangelikalen Verfassungsfeindlichkeit und Intoleranz gegenüber Andersgläubigen vor. Auch das "Christival" in Bremen, eine Großveranstal-tung mit 20.000 Jugendlichen aus allen Denominationen, wird scharf kritisiert. Die Teilnehmer wer-den als dumm, intolerant, nervend und gefährlich bezeichnet. Das Zitat eines Kritikers - "Die Weltsicht dieser Menschen ist von vorgestern, sie vertreten Positionen, die meiner Meinung nach in unserer heutigen Gesellschaft schlicht inakzeptabel sind" - zeuge von großer Intoleranz.
Herausgeber des Magazins ist das Projekt "Schule ohne Rassismus" des Vereins "AktionCourage" mit Sitz in Berlin. Neben der BpB unterstützen das Magazin "Q-rage" auch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales, die Europäische Union, die Medienanstalt Berlin-Brandenburg, die Gewerk-schaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sowie das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung. Die 495 beteiligten Schulen der Sekundarstufe I und II haben eine Selbstverpflichtung unterschrieben, aktiv gegen Diskriminierung und Rassismus vorzugehen.
Bundesregierung soll sich von Inhalt distanzieren
Baake fordert in seinem Schreiben Bundesinnenminister Schäuble auf, den Präsidenten der Bundeszentrale zu befragen und die notwendigen Konsequenzen zu ziehen: "Herr Krüger wird durch unsere Steuergelder finanziert. Mit solchen Äußerungen ist er untragbar", so Baake. Gleichzeitig müsse sich die Bundesregierung vom Inhalt der Zeitschrift und dem Brief des BpB-Präsidenten distanzieren und die Finanzierung der Zeitschrift schnellstens überprüfen. "Ich erwarte eine Entschuldigung der Bundeszentrale für diese ungeheuerlichen und diskriminierenden Angriffe auf die Evangelikalen, die aus unserer Sicht eine Verletzung der Menschenrechte darstellen".
Auch Hartmut Steeb, Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, äußerte massive Kritik: "Ohne Begründungen werden hier Evangelikale von der Bundeszentrale für politische Bildung in die Nähe von Verfassungsfeinden gerückt", erklärte Steeb. Die völlige Umdrehung der Tatsachen zerstöre das Vertrauen in die politische Bildungsarbeit der Bundesregierung, sachlich zu informieren, anstatt der Verbreitung von Ideologie Vorschub zu leisten.
Christlicher Medienverbund KEP e.V.
Steinbühlstr. 3
D – 35578 Wetzlar
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