20.07.2026

Recht und Unrecht darf nicht an der Landesgrenze enden

Die Evangelische Allianz bekräftigt ihre Ablehnung der Leihmutterschaft und sieht darin einen Verstoß gegen Menschenwürde und Kindeswohl.

Das „Besorgen“ eines Kindes durch das Paar Jens Spahn und Daniel Funke führt zu Recht zu Irritationen in der Gesellschaft. Die Evangelische Allianz in Deutschland stellt fest, dass die Inanspruchnahme der „Leihmutterschaft“, um sich selbst „Nachwuchs“ zu verschaffen, gegen die Menschenwürde und damit eklatant gegen die Werte des Grundgesetzes spricht. Folgerichtig hatten wir uns schon Ende der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts für ein klares Verbot von Eizell- und Samenspenden ausgesprochen. Wir halten dankbar fest, dass im deutschen Recht durch das Embryonenschutzgesetz die Eizellspende untersagt ist und damit „Leihmutterschaft“ als rechtswidriges Verhalten verankert ist.

Verantwortungsträger tragen eine besondere Vorbildfunktion. Deshalb sollten sie die Werte und Maßstäbe, die unserem Gemeinwesen zugrunde liegen, sowohl politisch vertreten als auch persönlich achten und nicht im Ausland veranlassen, was im Inland verboten ist. Jens Spahn hat durch seinen Rücktritt als Fraktionsvorsitzender die daraus erwachsenden persönlichen Konsequenzen gezogen.

Kinder dürfen nicht verzweckt und nicht zum Gegenstand von Geschäften gemacht werden. Sie haben ein Recht auf ihre natürliche Mutter, die das Kind ca. 40 Wochen in sich getragen und damit die natürlichste und emotionalste Beziehung mit dem Kind aufgebaut hat. Und Artikel 6 des Grundgesetzes stellt auch die Mütter unter den besonderen Schutz unserer Verfassung - ein Schutz, der Leihmüttern willentlich verwehrt wird.

Die Leihmutterschaft widerspricht der Würde der Frau. Das Europäische Parlament hat in seiner Richtlinie zur Verhütung und Bekämpfung des Menschenhandels und zum Schutz seiner Opfer die Leihmutterschaft zu Recht in Zusammenhang mit Menschenhandel gebracht. Die zuständige Berichterstatterin für Gewalt gegen Frauen und Kinder bei den UN, Reem Alsalem, bezeichnet in ihrem im Herbst 2025 erschienen Bericht die Leihmutterschaft als eine neue Form des Menschenhandels und der Sklaverei. Sie forderte deshalb ein weltweites Verbot aller Formen der Leihmutterschaft. Auch der CDU-Bundesparteitag hatte im Februar 2026 daher zu Recht bekräftigt, weiterhin am Verbot solchen Verhaltens festzuhalten. Dieses Verbot ist richtig. Politische Verantwortungsträger senden ein fatales Signal, wenn sie es unterlaufen oder nicht entsprechend den zugrundeliegenden Werten handeln.