15.06.2006

Allianzvorsitzender Strauch: In der Kirche geht es nicht zuerst um Werte

Bischof July mahnt innerkirchliche Bewegungen zur Geschlossenheit

Allianzvorsitzender Strauch: In der Kirche geht es nicht zuerst um Werte

Bischof July mahnt innerkirchliche Bewegungen zur Geschlossenheit

S t u t t g a r t (idea) – Der württembergische Landesbischof Frank Otfried July (Stuttgart) hat die innerkirchlichen Bewegungen zur Geschlossenheit gemahnt. Sie sollten anderen Kirchen und der Gesellschaft modellhaft zeigen, wie eine „versöhnte Verschiedenheit“ möglich sei, sagte er zum Abschluß des „Christustags“ am 15. Juni in Stuttgart. Unterschiedliche Frömmigkeitsstile, Gemeindeformen oder Ideen, wie man das Evangelium unter die Leute bringen könne, dürften den gemeinsamen Auftrag zum öffentlichen Bezeugen des christlichen Glaubens nicht behindern. Auf Jesus Christus zu bauen bedeute, Brücken zu bauen, so der Bischof. Er dankte der veranstaltenden Ludwig-Hofacker-Vereinigung, mit dem Konferenzmotto „Wählt das Leben“ Mut zur Konzentration gezeigt zu haben. Es stehe jeder Kirche gut an, Jesus Christus in die Mitte aller Aktivitäten zu stellen. Nach Angaben des Vorsitzenden der Hofacker-Vereinigung, Dekan Volker Teich (Schorndorf), kamen zu dem Treffen mehr als 11.000 Menschen. Das seien etwa ebenso viele wie im Vorjahr, als der „Christustag“ dezentral an zwölf Orten stattgefunden habe. Erfreulich sei der sich abzeichnende Generationenwechsel. Der Anteil der 30- bis 40jährigen nehme ständig zu. Jüngere Referenten wie Volker Gäckle (41), Ulrich Scheffbuch (41) und Steffen Kern (32) seien mittlerweile genauso beliebt wie die klassischen Redner Christoph Morgner (62), Ulrich Parzany (65) und Hansjörg Bräumer (65).

In einer Bibelarbeit warnte der Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz, Präses Peter Strauch (Witten) vom Bund Freier evangelischer Gemeinden, Kirchen und Gemeinden nur als Orte der Wertevermittlung zu begreifen: „Es geht in der Kirche nicht zuerst um Werte, sondern um Gott und um seinen Sohn Jesus Christus.“ Strauch vertrat die Ansicht, die Werte seien der Gesellschaft abhanden gekommen, weil sie Gott verloren habe. Die Stärkeren beanspruchten ein angebliches Selbstbestimmungsrecht, bei dem die Bedürfnisse der Schwachen, Alten und Kranken keine Rolle spielten. Württembergs Altlandesbischof Gerhard Maier (Tübingen) wies auf unveränderliche Grundlagen des christlichen Glaubens hin. Dazu gehöre die Überzeugung, daß jeder Mensch zwischen ewigem Leben mit Gott oder ewiger Gottesferne zu wählen habe.