06.08.2026

130. Allianzkonferenz in Bad Blankenburg eröffnet

Allianzkonferenz 2026 gestartet: Rund 800 Teilnehmer kamen zur Eröffnung der 130. Allianzkonferenz in Bad Blankenburg zusammen. Im Mittelpunkt steht das Thema „hiobsBOTSCHAFT“ mit Fragen nach Leid, Hoffnung und Vertrauen.

Bad Blankenburg, 5. August 2026 – Mit der Eröffnungsveranstaltung hat am Mittwochabend die 130. Allianzkonferenz in Bad Blankenburg begonnen. Unter dem Jahresthema „hiobsBOTSCHAFT“ kommen bis Sonntag Besucher aus unterschiedlichen Kirchen, Gemeinden und christlichen Werken zusammen, um sich mit dem biblischen Buch Hiob und den Fragen nach Leid, Hoffnung und Gottes Handeln auseinanderzusetzen. Die traditionsreiche Bibelkonferenz findet bereits zum 130. Mal statt und blickt zugleich auf 140 Jahre Geschichte in Bad Blankenburg zurück. 

Rund 800 Menschen nahmen bereits an der Eröffnungsveranstaltung teil und markierten damit einen starken Auftakt der diesjährigen Konferenz.

Die erste Bibelarbeit der Allianzkonferenz hielt Dr. Reinhardt Schink, Vorstand der Evangelischen Allianz in Deutschland. Unter der Überschrift „hiobsBOTSCHAFT – wenn fromme Gewissheiten Gott im Weg stehen“ stellte er das Buch Hiob als eine Herausforderung für festgefügte theologische Gedankengebäude vor. Schink machte deutlich, dass das Leid eines Menschen nicht vorschnell gedeutet werden dürfe und warnte davor, Gott auf die eigenen Vorstellungen zu reduzieren. Das Buch Hiob konfrontiere Christen mit der Frage, ob sie bereit seien, Gott auch dort zu vertrauen, wo Antworten ausbleiben, und lehre das Anerkennen der eigenen begrenzten Erkenntnisfähigkeit. „Die Freunde Hiobs wollten Gott verteidigen und lagen am Ende doch falsch. Das ist eine Herausforderung für uns alle. Die Frage ist nicht nur, ob wir viel über Gott wissen, sondern ob wir wirklich richtig von ihm reden.“

Damit griff die Eröffnungsveranstaltung unmittelbar das Konferenzthema auf, das in den kommenden Tagen in Predigten, Bibelgesprächen, Podiumsdiskussionen, Seminaren und Workshops vertieft wird. 

Im Mittelpunkt der Allianzkonferenz steht in diesem Jahr das Buch Hiob. Das Konferenzteam beschreibt es als eines der faszinierendsten und zugleich herausforderndsten Bücher der Bibel. Fragen nach Leid, Verlust, Gerechtigkeit und Vertrauen in Gottes Macht und Fürsorge würden Menschen unabhängig von Alter, Herkunft oder Lebenssituation bewegen und hätten deshalb auch heute eine hohe Aktualität. 

Ein besonderer Akzent der Eröffnung lag auf dem Grußwort von Landesbischof Friedrich Kramer. In seiner Videobotschaft würdigte er die historische Bedeutung Bad Blankenburgs als Ort christlicher Begegnung, des gemeinsamen Gebets und der Bibelauslegung. Er erinnerte daran, dass die Allianzkonferenz seit 140 Jahren Menschen zusammenführt und damit weit über Thüringen hinaus Bedeutung gewonnen habe. 

Kramer stellte einen Zusammenhang zwischen dem Konferenzthema und den Herausforderungen der Gegenwart her. Angesichts von Kriegen, gesellschaftlichen Konflikten und persönlichen Krisenerfahrungen sei die Figur Hiobs aktueller denn je. „Hiob findet am Ende keine theoretische Antwort auf die Fragen nach dem Leid, aber es steht eine Begegnung mit Gott und die überwältigt ihn“, erklärte der Landesbischof. 

Besonders hob Kramer hervor, dass die Allianzkonferenz nicht beim Problem stehenbleibe, sondern den Blick auf Orientierung und Hoffnung richte. Sein Wunsch für die Teilnehmer sei, „dass ihre Augen sich auftun und man nicht nur von Gott vom Hörensagen hört, sondern ihn selbst im eigenen Leben entdeckt.“ 

Im Anschluss an die Eröffnungsveranstaltung kamen Besucher beim „Fest der Begegnung“ auf dem Konferenzgelände zusammen. Neben persönlichen Gesprächen standen Begegnungen mit Mitarbeitern der Allianzkonferenz sowie Beiträge von Hans-Günter Schmidts, Matthias Gelfert, Arno Backhaus und weiteren Gästen auf dem Programm. 

In den kommenden Tagen erwartet die Besucher ein umfangreiches Programm mit Bibelarbeiten, Diskussionsforen, Workshops, einer Allianz-Messe mit rund 60 Ausstellern, einem Jubiläumsevent zur Geschichte der Allianzkonferenz sowie dem Musical „Paul & Gretel – Kein Märchen“ über Margarete und Paul Schneider. 

Eine belebte Straße in einer Stadt während eines Festes bei Sonnenuntergang. Menschen stehen zusammen, es gibt Stände und Zelte. Im Hintergrund sind Häuser und Hügel zu sehen, die eine malerische Landschaft bilden.
Ein Mann mit Brille und Anzug steht an einem Rednerpult und spricht. Im Hintergrund ist ein grünes Banner mit dem Wort "hiol" und "BOTSCHAFT" zu sehen. Der Mann gestikuliert mit der Hand und wirkt engagiert.