28.11.2025
Daniel Herm im Alter von 97 Jahren heimgegangen
Ein Pionier und verlässlicher Partner in der evangelikalen Bewegung

© privat
Die Evangelische Allianz in Deutschland nimmt dankbar Abschied von Daniel Herm. Er ist mit 97 Jahren heimgegangen, wie Christen oft ihre Abberufung aus dieser irdischen Welt bezeichnen. Daniel Herm war ein überzeugter „Allianzmann“. Man darf ihn gewiss zu den „Urgesteinen“ der in den 60er und 70er Jahren des letzten Jahrhunderts auch in Deutschland neu aufgebrochenen evangelikalen Bewegung zählen. Daniel Herm war viele Jahre Mitglied des Leitungsgremiums der Evangelischen Allianz in Deutschland. Aber für ihn war klar, dass die Gemeinde Jesu nicht konfessionell oder geografisch eingeengt gesehen und gelebt werden kann. Ihm war wichtig, dass die evangelikale Bewegung in ein weltweites Netz eingewoben sein muss und die Aufgabe der Evangelisation und Weltmission Priorität in der Gemeinde Jesu hat. So hat er sich in den Jahren der starken Diskussionen um ein Missionsmoratorium und der Gefahr der Abwendung von der Missionsaufgabe hin zu einem nur auf Dialog abzielenden „Missionsverständnis“ positioniert und engagiert. Er war Mitbegründer der evangelikalen Alternativstrukturen im Hinblick auf die Weltverantwortung: Der Arbeitsgemeinschaft Evangelikaler Missionen und der internationalen Hilfswerke „Hilfe für Brüder“ und „Christliche Fachkräfte International“ (heute Coworkers). Dabei konnte er seine langjährige Erfahrung als Missionar im islamischen Staat Pakistan und als Missionsleiter des Missionshaus Bibelschule Wiedenest (heute Forum Wiedenest) einbringen.
Vielleicht darf man sagen: Daniel Herm suchte nicht die große Bühne. Er war nicht der Mann der lauten Töne. Er war eine Leiterpersönlichkeit, die ihre Leitungsaufgabe als Dienst gesehen hat, demütig, bruderschaftlich, menschennah. Das wurde auch deutlich, dass er nach Abgabe seiner Leitung des Forum Wiedenest sich nicht in einen ruhigen Ruhestand verabschiedete sondern sich in die basisnahe Gemeindearbeit in Dresden rufen lies. Er hat der evangelikalen Bewegung in Deutschland große Dienste getan. Ein Vorbild als Leiter und Vater!
Ich denke gerne an meine Begegnungen in Gremien und im direkten Gespräch zurück, an seine hilfreichen Lageeinschätzungen in unserer Bewegung und im Hinblick auf persönliche Führungsfragen.
Ein Nachruf von Hartmut Steeb