09.12.2025
Ein Leben für „Mehr Evangelium in den Medien“
Wolfgang Baake hinterlässt kräftige Spuren und ein starkes Vermächtnis

Der am 6. Dezember 1950 geborene Theologe und Journalist Wolfgang Baake hat am vergangenen Samstag auf Einladung der Freien Theologischen Hochschule Gießen im Kreis der Familie mit Freunden und Weggefährten seinen 75. Geburtstag feiern dürfen. Zwei Tage später, am 8. Dezember 2025, hat ihn sein HERR und Heiland Jesus Christus zu sich gerufen.
Als Evangelische Allianz in Deutschland blicken wir dankbar auf das Leben und den Dienst von Wolfgang Baake zurück. Vier Jahrzehnte lang war er ein wesentlicher Akteur der Evangelikalen Bewegung in Deutschland. Seit er 1982 zum Geschäftsführer der „Konferenz Evangelikaler Publizisten“ berufen wurde, heute „Christliche Medieninitiative Pro“, hat sich Wolfgang Baake unermüdlich dafür eingesetzt, dass in den säkularen Medien dem Evangelium mehr Platz eingeräumt und objektiv über evangelikale Christen und deren Aktivitäten als wesentliche gesellschaftliche Gruppe berichtet wird. Denn dazu war die Organisation 1975 gegründet worden, auf der Basis und in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Allianz in Deutschland. Er hat diese Organisation auf- und ausgebaut, sowie weit darüber hinaus die medienpolitischen Interessen der evangelikalen Bewegung vertreten. Dazu hat er auch als Leiter von Öffentlichkeitsarbeitsgruppen und als Pressesprecher sowie als Referent und gefragter Podiumsteilnehmer bei Diskussionsrunden gewirkt. Beispielhaft nennen wir die Evangelische Allianzkonferenzen in Bad Blankenburg, die „Gemeindetage unter dem Wort“, die Konferenzen „meinSpring“, Deutscher Evangelisationskongress „weitersagen“ 1990, proChrist, Christival sowie der Pavillon der Hoffnung bei der internationalen Weltausstellung „EXPO 2000“. Besonders wichtig war ihm auch die Nachwuchsschulung von Journalisten. Hierfür gründete er die Christliche Medienakademie und baute deren Wirkungsbereich aus. In unzähligen Schulungsveranstaltungen und Vorträgen hat er Hilfestellung für das Engagement von Christen in den Medien gegeben.
Wolfgang Baake war seit den frühen 80er Jahren des letzten Jahrhunderts der Akteur hinein ins politische Bonn und Berlin. Es wurde deutlich, dass evangelikal geprägte Christen eine eigene Stimme brauchten, um für biblische Werte in der Politik und der Gesellschaft einzutreten. Wolfgang Baake trat pointiert und wortstark hierfür ein. Er scheute keine Auseinandersetzung, aber gewann gleichzeitig viel Vertrauen bis hin in die politischen Spitzen unseres Landes. Er hat auch Gesprächsrunden mit Bundeskanzlern und Bundesministern, in früheren Zeiten auch mit dem Bundespräsidenten, für die Evangelische Allianz einfädeln können. Mit seiner Hilfe hat sich die Evangelische Allianz in Deutschland schließlich in den späten 90er Jahren des letzten Jahrhunderts als Verband beim Deutschen Bundestag und am Sitz der Bundesregierung registrieren lassen können. Baake fungierte dann neben seinem Hauptamt und danach von 2014 bis 2016 vollzeitlich als Beauftragter der Evangelischen Allianz in Deutschland.
Auch über seine Spezialgebiete hinaus hat sich Wolfgang Baake vielfältig engagiert. Von 1995 bis 2018 war er Mitglied des Hauptvorstandes der Evangelischen Allianz in Deutschland. Wir danken Gott für Wolfgang Baake und seine Begabungen, seine Mitwirkung in vielen Beratungen, seine Netzwerkdienste und seine Stimme für das Evangelium. Die TAZ bezeichnete ihn einst als „Cheflobbyisten“ der Evangelikalen. Nicht zu Unrecht. Aber ihm war nicht wichtig, dass die Organisationen ins Rampenlicht kommen und Aufmerksamkeit erhalten, sondern es ging ihm immer um das Evangelium. Die gute Nachricht von Jesus Christus, die sein Leben prägte, sollte durch die Medien in die Öffentlichkeit, so dass sie auch in den Kreisen der politisch Verantwortlichen gehört wird. Darum ermutigte er unablässig, dass jeder Christ nicht zu gering von seinen persönlichen Möglichkeiten denken und diese auch nutzen solle. Im politischen Diskurs aber auch durch das „Gebet für die Obrigkeit“, wie es im Neuen Testament genannt wird. Durch das öffentliche Einstehen für den christlichen Glauben und durch die Wahrheit der Bibel geprägte Überzeugungen. Durch die Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung.
Im Blick auf den Veranstaltungsort seiner Geburtstagsfeier hat er bei seiner Dankesrede zum Abschluss die Freie Theologische Hochschule ermutigt und ermahnt, weiterhin ganz für eine bibeltreue Verkündigung auszubilden und einzustehen. Das war gewiss auch als Ermutigung für alle Mitfeiernden zu verstehen, sich im Leben an Gottes Wort zu halten. Es ist eine klare Orientierungsmarke für ein gelingendes Leben. So blieb Wolfgang Baake bis zuletzt ein Verkündiger des Evangeliums. Diese Mahnung nehmen wir mit.
Seiner Frau Renate, den Kindern, Schwiegerkindern und Enkeln wünschen wir in dieser schweren Zeit des Abschiednehmens einen offenen Himmel der Gegenwart Gottes!
Für die Evangelische Allianz in Deutschland
Dr. Reinhardt Schink
(Vorstand der Evangelischen Allianz in Deutschland e.V.)