03.12.2025

Impulse von der Weltweiten Evangelischen Allianz

Einheit, Evangelisation & Erneuerung

Auf der Generalversammlung der Weltweiten Evangelischen Allianz (WEA) war es nicht zu übersehen: Das geographische Zentrum der Bewegung rückt in den Globalen Süden. Bis 2033 soll jeder Mensch das Evangelium gehört haben. Hierfür braucht es das gemeinsame Engagement aller, die Jesus Christus als ihren Herrn bekennen. Deshalb intensiviert die WEA ihr Engagement für Evangelisation und die Einheit der Christen. Auch interne und personelle Veränderungen sollen diesem Ziel dienen. Der Vorstand der Evangelischen Allianz in Deutschland, Dr. Reinhardt Schink, wurde in den Internationalen Vorstand der WEA gewählt.  

In einer Zeit wachsender globaler Herausforderungen fand die 14. Generalversammlung der Weltweiten Evangelischen Allianz (WEA) in Seoul statt. Unter dem Motto "Das Evangelium für jeden bis 2033“ – passend zum 2000. Jubiläum der Auferstehung Christi – kamen 850 Delegierte aus 124 Ländern zusammen, um die künftige Ausrichtung der weltweiten evangelischen Bewegung zu beschließen. Für die Basis der Evangelischen Allianz in Deutschland (EAD) war dieses Treffen von besonderer Bedeutung, denn die Beschlüsse der WEA betreffen direkt die Arbeit der Nationalen Allianzen. Neben den „Business-Meetings“ mit ihren Beratungen und Beschlüssen gab es aber auch viel Zeit für Gottesdienste, für bilaterale Begegnungen und Austausch. Mit der Konzeption der Generalversammlung als „Familientreffen“ wurde die zentrale Rolle der Nationalen Allianzen deutlich. 

Der Globale Süden übernimmt eine stärkere Rolle 

Die Statistiken der Generalversammlung spiegelten eine Realität wider, die für westliche Kirchen eine tiefgreifende Verschiebung bedeutet: 71 Prozent der Teilnehmenden kamen aus dem Globalen Süden und Osten – ein demografischer Spiegel der weltweiten Christenheit. Mit 36 Prozent aus Asien und 21 Prozent aus Afrika hatten diese Regionen die stärksten Teilnehmer-Kontingente. Das Durchschnittsalter von 45 Jahren signalisiert einen Generationenwechsel in der globalen Führung. Diese Dynamik unterstreicht, dass die WEA kein westlich dominiertes, sondern wahrhaft globale Netzwerk ist. Europa oder Nordamerika sind längst nicht mehr nur die Gebenden, sondern ebenso Empfangende. Geistliche Impulse unserer internationalen Geschwister werden uns im Westen helfen, in allen gesellschaftlichen und geistlichen Herausforderungen den Weg des Glaubens weiterzugehen.  

Evangelisation und Mission im Fokus 

Die Vision, bis 2033 jeden Menschen mit dem Evangelium zu erreichen, war die treibende Kraft der Versammlung. Der bekannte Pastor Rick Warren lieferte dazu eine konkrete strategische Anleitung. Er forderte Führungskräfte auf, sich am Modell Jesu und der ersten Gemeinden zu orientieren, das er in fünf Schritten zusammenfasste (PEACE-Prinzip): Das Evangelium weitergeben, Jünger ausrüsten, Leid lindern, fortwährend beten und neue Gemeinden gründen. 

Gleichzeitig betonte die Versammlung und Goodwill Shana, Vorsitzender des WEA-Vorstands, die Notwendigkeit der Einheit. Weil wir alle Glieder am Leib mit dem Haupt Jesus Christus sind, können wir Einheit in Vielfalt leben. Die WEA betont eine positiv verstandene Inklusion: Jeder Mensch, der die Einladung Gottes annimmt, einschließlich der Menschen mit Behinderungen, hat „einen Platz am Tisch Gottes“ und in der Kirche. Die Allianz verpflichtet sich damit klar zu einer dienenden und ganzheitlichen Evangelisation. 

Das Schweigen brechen: der Ruf der Verfolgten 

Ein zutiefst bewegender Teil der Versammlung war der dringende Aufruf, sich mit Nachdruck zu unseren verfolgten Geschwistern zu stellen. Wir müssen uns kritisch fragen lassen, ob wir diese Aufgabe an Organisationen delegieren oder ob wir uns auch persönlich mit unseren verfolgten Geschwistern in über 55 Nationen identifizieren. Wir dürfen angesichts des unvorstellbaren Leides nicht schweigen – weder persönlich noch als Kirche.  

Prüfauftrag zur Stärkung der Partizipation der Nationalen Allianzen 

Die Generalversammlung der WEA traf auch organisatorische Beschlüsse, so wurde der globale Vorstand, das „International Committee“, neu gewählt. Für Europa sitzt neu der Vorstand der Deutschen Allianz, Dr. Reinhardt Schink, in diesem Führungsgremium. Neuer Präsident des Vorstands ist Godfrey Yogarajah aus Sri Lanka. Als Generalsekretär der WEA wurde der arabische Christ und in Israel zugelassene Rechtsanwalt Botrus Manour berufen (siehe auch die Meldung vom 19.08.25 unter Nachrichten). 

Gleichzeitig wurde ein Antrag der Spanischen Evangelischen Allianz als Prüfauftrag entgegengenommen, der zum Ziel hat, die Interaktion der Nationalen Allianzen zu stärken, unter anderem durch regelmäßige globale Online-Treffen. 

"Das Evangelium für jeden bis 2033“ ist ein ambitioniertes Ziel. Gemeinsam mit der WEA ist das globale Netzwerk der Evangelischen Allianz bereit, sich der Herausforderung zu stellen und die EAD wird ihren Beitrag dazu leisten.