01.05.2017

Frankfurt: Schweige- und Gebetsmarsch für verfolgte Christen

Mit einem Schweige-und Gebetsmarsch haben Christen verschiedener Konfessionen aus dem Rhein-Main-Gebiet am 22. April in der Innenstadt von Frankfurt für Religionsfreiheit und gegen Christenverfolgung im Nahen Osten demonstriert.

Mit einem Schweige-und Gebetsmarsch haben Christen verschiedener Konfessionen aus dem Rhein-Main-Gebiet am 22. April in der Innenstadt von Frankfurt für Religionsfreiheit und gegen Christenverfolgung im Nahen Osten demonstriert. Veranstalter war die örtliche Evangelische Allianz in Kooperation mit der koptisch-orthodoxen Kirche der Stadt, dem Zentralrat der orientalischen Christen in Deutschland sowie der Internationalen Gesellschaft orientalischer Christen. Anlass waren zwei Attentate der Terrororganisation „Islamischer Staat“ an Palmsonntag in Ägypten, bei dem 44 Christen getötet und 126 verletzt wurden. Die Demonstration unter dem Motto „Verfolgten Christen beistehen. Frieden in Nahost“ zählte nach Polizeiangaben 230 Teilnehmer.

Der Vorsitzende der Frankfurter Evangelischen Allianz, Pfarrer Andreas Hannemann, wandte sich in der Abschlusskundgebung direkt an die Attentäter. Ihr Kalkül werde nicht aufgehen, dass Christen anfingen sie zu hassen. Den Zuhörern riet er, den Tätern „die Botschaft der Nächstenliebe entgegenzustellen“. Ähnlich äußerte sich auch Pater Pigol von der koptisch-orthodoxen Kirche in Frankfurt: „Lasst uns für die islamistischen Terroristen beten mit den Worten Jesu Christi am Kreuz ‚Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun‘.“ Nach den Worten von Pfarrer Nicolas Esber von der Rum-orthodoxen Kirche in Butzbach und Wiesbaden ist das Gebet die einzige Waffe der Christen. Es zeuge von innerer Stärke, wenn Christen ihre Feinde liebten und ihnen „auch die linke Backe hinhalten“. Der Vorsitzende der Internationalen Gesellschaft orientalischer Christen, Fuat Demir (Augsburg), dankte den Deutschen für ihre große Hilfsbereitschaft bei der Betreuung der Flüchtlinge, die in den letzten Jahren nach Deutschland gekommen seien. Der Frankfurter Stadtrat Bernd Heidenreich (CDU) rief dazu auf, sich noch stärker mit den Christen im Nahen Osten zu solidarisieren. Es gelte die Öffentlichkeit wachzurütteln und der „Kultur des Todes“ – dem Terror – die Liebe Gottes und eine Kultur des Lebens entgegenzusetzen. Die Veranstaltung endete mit dem auf Deutsch und Arabisch gesprochenen Glaubensbekenntnis und dem in der Sprache Jesu Christi – Aramäisch – gesungenen Vaterunser. Den Marsch und die Kundgebung hatte der Gebetsleiter der Frankfurter Evangelischen Allianz, Bernd Oettinghaus, organisiert.