26.01.2016

Fritz Laubach wird 90

Er verhalf dem Begriff „evangelikal“ zum Durchbruch. Der freikirchliche Theologe war von 1984 bis 1991 Allianzvorsitzender

Fritz Laubach wird 90

Er verhalf dem Begriff „evangelikal“ zum Durchbruch.

Der freikirchliche Theologe war von 1984 bis 1991 Allianzvorsitzender

Solingen (idea) – Einer der großen alten Männer der evangelikalen Bewegung in Deutschland vollendet am 31. Januar sein 90. Lebensjahr: Pastor Fritz Laubach (Solingen). Er hat sie ab den 70er Jahren bis Anfang der 90er Jahre stark geprägt. Von 1984 bis 1991 stand er an der Spitze der Deutschen Evangelischen Allianz. Bei der Vereinigung der Allianzen in Ost und West rückte der Pastor des Bundes Freier evangelischer Gemeinden ins zweite Glied und wurde Stellvertreter des ersten gesamte deutschen Allianzvorsitzenden, Jürgen Stabe (1938–2015). Es ist das Verdienst von Laubach, dass der Begriff „evangelikal“ (evangeliumsgemäß) aus dem angloamerikanischen Sprachraum in der deutschsprachigen Welt heimisch wurde. Mit seinem 1972 erschienenen Buch „Aufbruch der Evangelikalen“ setzte sich der Begriff durch. Der in Lüchow (Wendland) geborene Laubach entschloss sich in der Kriegsgefangenschaft, Theologie zu studieren. Danach war er der erste Reisesekretär der Studentenmission in Deutschland (SMD). Nach der Promotion über ein missionswissenschaftliches Thema wurde er Pastor der Freien evangelischen Gemeinde in Siegen-Geisweid. Von 1959 bis 1966 war er Dozent am Theologischen Seminar Ewersbach (heute Theologische Hochschule Ewersbach). Danach amtierte Laubach bis 1991 als Leiter der Diakonie-Stiftung Elim in Hamburg.

Mission darf nicht nur christliche Sozialarbeit sein

Daneben hatte er Ehrenämter in der evangelikalen Bewegung inne. So war er von 1986 bis Ende 1999 Vorsitzender der Organisationen „Hilfe für Brüder“ und „Christliche Fachkräfte International“ (beide Stuttgart). Bei der Konferenz für Weltmission 2005 in Stuttgart mahnte Laubach: „Wer Mission nur als christliche Sozialarbeit und Entwicklungshilfe versteht, begeht Verrat am Evangelium.“ Die Sorge um die geistliche Not habe Vorrang vor der Lösung irdischer Probleme. Auch im Ruhestand betätigte sich der Theologe als Autor. Im Jahr 2000 erschien sein Buch „Herr, heile mich!“ (Hänssler Verlag). Darin zeigt er die Grenzen eines Machbarkeitsdenkens auf. Grundsätzlich sei Heil wichtiger als Heilung. 2006 veröffentlichte er sein Buch „Christen in der Endzeit“ (Hänssler Verlag). Darin schreibt er, dass Mission die vordringliche Aufgabe der Gemeinde sei, bis Jesus Christus wiederkomme.