09.04.2010

Starke Kinder – Das Lob der Eltern ist ein Schlüssel

Sucht, Missbrauch und seelischen Krankheiten bei Kindern vorbeugen

Dirk Lüling

Starke Kinder – Das Lob der Eltern ist ein Schlüssel

Sucht, Missbrauch und seelischen Krankheiten bei Kindern vorbeugen

(Willingen) Sucht, Missbrauch und seelischen Krankheiten wird vorgebeugt, wenn Kinder sich wertvoll fühlen. Ein Schlüssel dazu ist das elterliche Lob. Das war die Hauptaussage eines Seminars, das Dirk Lüling – Gründer und Leiter der Familienarbeit TEAM.F (Lüdenscheid) – im Rahmen des GemeindeFerienFestivals SPRING hielt. 

Viele Eltern finden es schwierig, ihren Kindern ein positives Wertgefühl zu vermitteln. Sie seien geradezu negativ auf ihre Kinder programmiert, „als säße ein Virus im Programm ihres Herzens“, berichtete Lüling auch aus eigener Erfahrung. Die Folge: Kinder fühlten sich ungeliebt und entfernten sich innerlich immer mehr von ihren Eltern, so die Ansicht des Pädagogen. „Wenn in der Familie nicht die Anerkennung kommt, die sie brauchen, dann suchen sie sich ihre Bestätigung woanders, spätestens in der Teenagerzeit.“ 

Oft kämen Eltern zu Lüling und wollten von ihm wissen, wo der „Trick“ oder die „Technik“ sei, mit ihrem Kind besser klarzukommen. Dabei hat der TEAM.F-Leiter festgestellt, dass zunächst einmal die Grundhaltung der Eltern geändert werden müsse; nicht nur ihrem Kind gegenüber, sondern auch gegenüber sich selbst: „Wie denke ich über mich, wer bin ich, womit bin ich ausgestattet – das sind Fragen, mit denen wir uns auch selber beschäftigen müssen.“ Negative, kritische und unzufriedene Eltern seien auf Dauer keine ansprechenden Bezugspersonen und Vorbilder für ihre Kinder. 

Für den Umgang mit dem Nachwuchs empfahl Dirk Lüling, die Kinder konkret in den Punkten zu bestärken, in denen sie bereits Begabung zeigen. Liebevolle Berührungen und ein ehrlicher Augenkontakt bekräftigten die Wirkung des Lobes. Es lohne sich für die Eltern, so Lüling, diesen ermutigenden Zuspruch für ihr Kind „richtiggehend zu trainieren“. „Das Glas ist dabei halbvoll und nicht halbleer zu sehen“, dies vermittele dem Kind ein positives Wertgefühl, erklärte der Pädagoge. Lüling weiter: „Wenn Lob und Kritik alters- und typgemäß sind und nicht pauschal angesetzt, sondern gut begründet werden, so bereitet das die Heranwachsenden optimal auf das Leben vor. Sie lernen, eigene Ziele ins Auge zu fassen. Dazu gehört auch, ‚nein‘ sagen zu können und negativen Einwirkungen zu wiederstehen.“  

Wolfgang Baake: Christen kümmert euch mehr um die Politik! 

In einem weiteren Seminar beschäftigte sich der Beauftragte der Deutschen Evangelischen Allianz am Sitz des Deutschen Bundestages und der Bundesregierung, Wolfgang Baake, mit der Frage: "Christen in der Politik". Dabei kritisierte Baake die unter sehr vielen Christen vorhandene Politikfeindlichkeit. 

Christen sollten anstatt sich der Politik zu verweigern, sehr viel stärker als bisher politisch aktiv werden, denn "dazu liegen ganz eindeutige Anweisungen in der Bibel vor" so Baake wörtlich. Zum Engagement der sogenannten christlichen Klein- oder Splitterparteien merkte Baake an, dass es ein "gravierender Fehler" sein, Versuche zu starten und Bürger mit Bibelsprüchen auf Wahlplakaten zur Stimmabgabe zu motivieren. 

Nach Baake Meinung "schaden solche Plakate den Christen mehr, als sie nützen". Auch könne man nicht mit nur zwei oder drei Schwerpunktthemen, eine Wahl gewinnen wollen. Viel mehr sollten Christen in den Parteien aktiv werden, in denen sie sich von ihrer theologischen Überzeugung her am "besten aufgehoben fühlen". Christliches Engagement im gesellschaftspolitischen Bereich, müsse nicht zwangsläufig in den politischen Gremien und Parteien beginnen, sondern könnte auch im Engagement in Schulen und Kindergärten seinen Anfrage finde, meinte der Beauftragte der Deutschen Evangelischen Allianz. 

Baake sagte, dass Christen sich nicht wundern sollten, wenn sie als Wähler von den Parteien oft nicht wahrgenommen würden, denn " wenn Christen sich nicht um die Politik kümmern, müssen sie sich nicht wundern, dass die Politik sich auch wenig um sie kümmert." 

„Careteam“ kümmert sich um Gottesdienstbesucher 

„Wie erreiche ich, dass sich Gäste in der Gemeinde wohlfühlen?“ Zu dieser Frage gab Hans-Werner Bellin (Wiesbaden) in einem Seminar im Rahmen des „GemeindeFerienFestival SPRING“ in Willingen (Sauerland/Hessen) Impulse. Der Maschinenbauingenieur leitet in seiner Gemeinde das „Careteam“, das für die Betreuung von Gästen im Gottesdienst zuständig ist. 

„Liebe, Interesse und Offenheit“ seien die wichtigsten Voraussetzungen für die Mitarbeit in einem solchen Team, das jede Gemeinde nach Möglichkeit haben sollte. Es gehe laut Bellin bei dieser Arbeit darum, Besuchern „das Andocken zu erleichtern“, ihnen „Brücken zu bauen“ und sie schnell in die Gemeinschaft zu integrieren, so dass sich niemand alleingelassen oder übersehen fühle. Das primäre Ziel solle dabei aber nicht das Wachstum der eigenen Gemeinde sein, sondern seinem „Nächsten zu begegnen“ und ihn gegebenenfalls auch auf andere Gemeinden aufmerksam zu machen. 

Die Gemeinde dürfe, so Hans-Werner Bellin weiter, kein „Segne-Mich-Club für die eigenen Bedürfnisse“ werden, sondern solle als „Geschenk Gottes“ verstanden werden, wo man sich wohlfühle und „im Glauben wachsen“ könne. Wenn dies der Fall sei, so würden Gäste gerne wiederkommen und schließlich zu Gemeindegliedern werden.

  „Eine Existenz in Freude“ dank Jesus Christus

"Jesus Christus wünsche sich für die Menschen eine „Existenz in Freude“. Das sagte Dr. Michael Diener, Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes, bei einer Bibelarbeit im Rahmen des „GemeindeFerienFestival SPRING“ in Willingen (Sauerland/Hesssen). Gott wolle den Menschen einen „festen Grund“ geben, eine „Gewissheit für unseren Weg mit ihm“. 

Er habe sich sowohl in seinem Wort, der Bibel, als auch in Jesus Christus, offenbart. „Wir haben es bei der Bibel nicht mit einem abstrakten, sondern mit einem konkreten Wahrheitsbegriff zu tun“, so Diener weiter. „Gottes Wort ist Wahrheit und es hält uns in der Wahrheit“.  Wer diese Wahrheit annehme, unterscheide sich von anderen Menschen, von „der Welt“. Das könne, wie die Bibel schon sage, zu Ablehnung und Ausgrenzung durch die Gesellschaft führen.

Wie Michael Diener weiter ausführte, wolle Jesus trotzdem nicht, dass seine Jüngerinnen und Jünger „sofort in den Himmel entrückt werden“, sondern dass sie „in Gottes Mission einrücken“. Auch wenn Christen laut Bibel „kein Teil der Welt“ seien, so sei die Welt doch ihr Standort. Wer Jesu heiligendes Handeln in Anspruch nehme und aus dem Wort Gottes heraus lebe, könne in Freude und Sicherheit in dieser Welt bestehen. Klar sei, so Diener, dass nicht alle Christen das gleiche Maß an Sicherheit im Glauben hätten. 

Mit dem Glauben, so habe er einmal gehört, verhalte es sich wie mit dem Fliegen. „Manche Passagiere klammern sich schon vor dem Start ängstlich an ihre Sitze. Andere lesen auch dann noch entspannt ihre Zeitung, wenn die Maschine durch heftige Turbulenzen rumpelt. Ans Ziel kommen sie aber alle“. Entscheidend sei somit nicht die Quantität, sondern die Qualität des Glaubens.