17.04.2009
Ruhpolding nimmt wehmütig Abschied von SPRING
Es ist ein wehmütiger Abschied: das GemeindeFerienFestival SPRING, das an diesem Samstag zu Ende geht, ist dieses Jahr zum letzten Mal in Ruhpolding zu Gast. 2010 wird SPRING im hessischen Willingen stattfinden. "Alle Ruhpoldinger sagen, es ist schade, dass SPRING nach sieben Jahren aus unserem Ort weg geht", sagt der Tourismusdirektor des Urlaubsortes, Martin Haßlberger. Gerlinde Frisch von der Kurverwaltung meint: "Der ganze Ort ist traurig. Man spürt, dass die SPRING-Gäste anders sind, da ist ein viel größerer Zusammenhalt da". Auch Jochen Grill, Küchenmeister im traditionsreichen Bauernhauskaffee "Windbeutelgräfin" und seine 24 Mitarbeiter bedauern den Ortswechsel des Festivals. "Liebe SPRING-Gäste, wir finden es sehr schade, daß Sie im nächsten Jahr nicht mehr kommen. Ihre Windbeutelgräfin" – das steht auf einer Tafel am Gartentor, gleich neben dem Hinweis auf das Tagesangebot. "Natürlich ist das eine Frage des Umsatzes", so Grill. Etwa 50 Prozent des Umsatzes in dieser Zeit mache das Gasthaus durch SPRING. "Aber es sind auch immer ganz liebe und außergewöhnlich freundliche Gäste mit wohlerzogenen Kindern". Seine eigenen Enkel hätten sich mit SPRING-Ausweisen versorgt, um an den Veranstaltungen teilnehmen zu können. Hildegard und Christoph Wörnle beherbergten jedes Jahr SPRING-Gäste in ihren Ferienwohnungen. "Es ist schade, dass SPRING nächstes Jahr nicht mehr da ist, es war ein fester Bestandteil für Ruhpolding", sagt Wörnle.
Wettbewerb um noch mehr Besucher
Weil sie erst seit letztem Jahr Zimmer vermietet, ist Heidi Inche besonders traurig, in Zukunft keine SPRINGer mehr bewirten zu können: "Wäre SPRING geblieben, hätten meine Gäste gleich wieder gebucht". Einige ihrer Gäste kommen aus Rostock. "Da verstehe ich, dass ein zentralerer Ort besser ist, da es bis hier her lange Wege sind". Maria Dick aus der Nähe von Freising, die mit ihrer Familie auch bei Inche untergebracht ist, findet es "furchtbar, dass SPRING weggeht. Es ist eine schöne Kombination von SPRING und Natur und einer tollen Atmosphäre". Martin Kogge hingegen freut sich über den neuen Veranstaltungsort. Er kommt aus Darmstadt und hat damit eine viel kürzere Anreise. "Da ich das erste Mal dabei bin, ist Ruhpolding noch nicht so eine Tradition für mich, da ist es nicht so schlimm. Und was ich bisher gehört habe, spricht auch für Willingen". So gibt es dort eine Sommerrodelbahn, eine Besucherbergwerk, einen Wildpark und andere Freizeitangebote. Außerdem steht ein großes Konferenz- und Tagungszentrum zur Verfügung. Die Entscheidung, nach sieben Jahren Ruhpolding das Festival in einem zentraleren Ort auszutragen, traf der SPRING-Vorstand, um zukünftig noch mehr als bisher rund 3000 Besucher anzuziehen, so der Vorsitzende Hartmut Steeb.
Auf ein Wiedersehen?
Etwa 15.000 Übernachtungen habe SPRING den Ruhpoldingern jedes Jahr eingebracht, teilte Tourismusdirektor Haßlberger mit. "Die Jahre mit SPRING waren eine sehr schöne und fruchtbare Zeit für Ruhpolding. Es war mal eine andere Perspektive als der Sport". Er hoffe, dass SPRING-Gäste auch außerhalb des Festivals einmal in Ruhpolding Urlaub machen, denn Familien seien genau das Klientel des Ortes. "Ich habe ja auch noch die Hoffnung, dass SPRING wiederkommt. In zwei, drei Jahren vielleicht".
322 ehrenamtliche Mitarbeiter für 3000 SPRING-Teilnehmer
Das GemeindeFerienFestival SPRING ist eine überkonfessionelle Veranstaltung. Im SPRING-Trägerverein arbeiten Repräsentanten der unterschiedlichen christlichen Kirchen, Gemeinden, Werken und Institutionen zusammen. Ermöglicht wurde das diesjähringe Festival mit über 3000 Teilnehmern von 322 ehrenamtlichen Mitarbeitern und 126 Referenten. SPRING gibt es bereits seit elf Jahren. Ruhpolding ist zum siebten Mal Gastgeber des Festivals. 2010 wird SPRING im sauerländischen Willingen ( Hessen ) stattfinden.