16.05.2006
Lob für EKD-Chef: Aus „Heidelberger Saulus“ wurde „Berliner Paulus“
Kommunikationsforscher: Der „christliche Grundwasserspiegel“ steigt wieder<br />
Lob für EKD-Chef: Aus „Heidelberger Saulus“ wurde „Berliner Paulus“
Kommunikationsforscher: Der „christliche Grundwasserspiegel“ steigt wieder
W e t z l a r (idea) – Der „christliche Grundwasserspiegel“ im deutschsprachigen Europa steigt wieder. Christen und ihre Themen werden in den Medien stärker wahrgenommen als früher. Dies stellte der Kommunikationsforscher Prof. Wolfgang Stock (Woltersdorf bei Berlin) auf der Mitgliederversammlung des Christlichen Medienverbundes KEP (Konferenz Evangelikaler Publizisten) am 16. Mai in Wetzlar fest. Dazu hätten auch die führenden Persönlichkeiten in der katholischen wie protestantischen Kirche beigetragen. So sei Papst Benedikt XVI. „ein wunderbares Geschenk“, weil er klug, überzeugend und telegen sei. Ähnliches gelte für den Ratsvorsitzenden der EKD, den Berliner Bischof Wolfgang Huber. Als er noch Theologieprofessor in Heidelberg (bis 1993) gewesen sei, hätten viele überzeugte Christen unter seinen theologisch liberalen und politisch linken Thesen gelitten. Doch in den letzten Jahren habe sich Huber gewandelt: Aus dem „Heidelberger Saulus“ sei ein „Berliner Paulus“ geworden, der es wie kaum ein anderer Bischof schaffe, die christliche Botschaft auch im „Spiegel“ und in der Fernsehrunde „Christiansen“ überzeugend weiterzugeben.
Positiv: Angela Merkel, Horst Köhler und „tiefgläubiger“ Bild-Chefredakteur
Auch politisch hätten sich die Zeiten gewandelt: Bundeskanzlerin Angela Merkel habe am Ende ihrer Neujahrsansprache ein „gesegnetes neues Jahr“ gewünscht. Bundespräsident Horst Köhler spreche wie selbstverständlich: „Gott segne dieses Land.“ Das alles seien Mosaiksteine, die sich zu dem Bild formen, daß Christliches eine größere Rolle als früher spiele bis dahin, daß auch „Bild“ unter dem „tiefgläubigen“ katholischen Chefredakteur Kai Diekmann immer wieder einmal Christliches thematisiere.
Margarete Kupsch-Loh: Die Berichterstattung an den Maßstäben Gottes bewerten
Für die KEP-Vorsitzende Margarete Kupsch-Loh (Haiger/Mittelhessen) ist „die Öffentlichkeit heute offener denn je für christliche Themen, auch für Evangelikale. Die Herausforderung besteht darin, mit der christlichen Botschaft ins Herz der Menschen zu treffen“. Gleichzeitig müsse sich jeder christliche Journalist die Sensibilität bewahren, seine Berichterstattung an den Maßstäben Gottes zu bewerten. Kupsch-Loh: „Wir müssen uns immer wieder prüfen, ob wir das klare Evangelium verkünden, den Menschen sagen, daß Jesus Christus der Weg und die Wahrheit ist. Dazu gehört die eigene Wachsamkeit, die Fehlentwicklungen aufhält.“
Baake: Erfreuliche Entwicklung der KEP in allen Arbeitsbereichen
Geschäftsführer Wolfgang Baake (Wetzlar) nannte es eine wichtige Aufgabe der KEP, „den vielen jungen Christen, die Interesse an einem Beruf in den Medien haben, die Chance zu bieten, in den Medien Fuß zu fassen“. Laut Baake nehmen alle Arbeitsbereiche des Christlichen Medienverbundes – darunter die Literatur- und Medienmission in Rußland und der Ukraine sowie die Informationsarbeit über Israel – eine „erfreuliche Entwicklung“. Besonders das „Flaggschiff“ der KEP – das Medienmagazin „PRO“ – habe im letzten Jahr mehr als 5.000 neue Bezieher gewinnen können, so daß die Druckauflage derzeit 63.000 Exemplare betrage. Das Magazin mit wird jährlich fünfmal kostenlos abgegeben. Chefredakteur ist Andreas Dippel Die KEP vertritt die medienpolitischen Interessen der Deutschen Evangelischen Allianz. Sie hat 16 hauptamtliche Mitarbeiter und finanziert sich vor allem durch Spenden, die im vergangenen Jahr 1,204 Millionen Euro betrugen (2004: 1,365 Millionen Euro).