29.03.2006

Welt-Allianz will gesellschaftspolitischen Einsatz fördern

US-Sozialethiker Ron Sider soll nationalen evangelikalen Dachverbänden helfen<br />

Welt-Allianz will gesellschaftspolitischen Einsatz fördern

US-Sozialethiker Ron Sider soll nationalen evangelikalen Dachverbänden helfen

S a n F r a n c i s c o (idea) – Die Weltweite Evangelische Allianz (WEA) will das gesellschaftspolitische Engagement der Evangelikalen stärken. Der US-amerikanische Sozialethiker Prof. Ron Sider (Philadelphia) soll nationalen Allianzen helfen, Grundsatzdokumente über den Einsatz in Politik und Zivilgesellschaft zu entwickeln. Der Mennonit ist unter anderem Präsident der Organisation „Evangelikale für Soziale Aktion“ und hat ein derartiges Positionspapier bereits im vorigen Jahr zusammen mit der Allianz in den USA formuliert. Er stehe auch anderen Allianzen zur Verfügung, um mit ihnen theologische, politische und andere Aspekte herauszuarbeiten, erklärte der Internationale Direktor der WEA, Geoff Tunnicliffe (Markham/Kanada), nach einem Treffen der regionalen Allianz-Generalsekretäre für Europa, Asien, Afrika, der Karibik und Südamerika. Sie kamen vom 20. bis 22. März in San Francisco (USA) zusammen. Laut Tunnicliffe will die WEA eine Marschroute für größere Initiativen erarbeiten. Die WEA repräsentiert etwa 400 Millionen Evangelikale in 123 Ländern. In den vergangenen Jahren hat sie gesellschaftspolitisch vor allem durch die Micha-Initiative von sich reden gemacht, die zur Verwirklichung der Millenniumsziele der UN aufruft. Hauptziel ist die Halbierung der extremen Armut bis 2015.
Weltweites evangelikales Intranet
Ferner will die Weltallianz die Kommunikation unter Evangelikalen fördern. Unter Leitung des Geschäftsführers der WEA-Kommission für Informationstechnologie, Hoan Soo Lee, soll ein weltweites Intranet zum internen Informationsaustausch der Allianzen entstehen. Zudem soll die Stimme der Evangelikalen lauter hörbar werden. Dazu sollen die einzelnen Allianzen Experten benennen, die kompetent zu gesellschaftlich und theologisch relevanten Themen sprechen können. Die Deutsche Evangelische Allianz repräsentiert etwa 1,3 Millionen Evangelikale aus Landes- und Freikirchen.