17.03.2006

Evangelische Allianz: Regierung benachteiligt traditionelles Familienmodell

Generalsekretär Steeb: Familienpolitik fördert einseitig Verstaatlichung der Kindererziehung<br />

Evangelische Allianz: Regierung benachteiligt traditionelles Familienmodell

Generalsekretär Steeb: Familienpolitik fördert einseitig Verstaatlichung der Kindererziehung

B a d B l a n k e n b u r g (idea) – Der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb (Stuttgart), hat die Familienpolitik der Bundesregierung kritisiert. Sie benachteilige weiter das traditionelle Familienmodell, bei dem ein Elternteil erwerbstätig ist und der andere sich um Kindererziehung und Haushalt kümmert. Dieses Modell werde künftig nur „unter großen finanziellen Opfern lebbar sein“, so Steeb in seinem Bericht für den Hauptvorstand der Allianz, der am 14. und 15. März im thüringischen Bad Blankenburg tagte. Nach seinen Worten fördert die Familienpolitik einseitig die Verstaatlichung der Kindererziehung. Steeb erinnerte an die familienpolitischen Thesen der Allianz. Darin wird ein Familiengehalt von 600 Euro pro Kind und Monat angeregt. Es soll unter der Voraussetzung gezahlt werden, dass sich ein Elternteil ausschließlich bzw. beide Elternteile mindestens je zur Hälfte dem Beruf Mutter und Hausfrau bzw. Vater und Hausmann widmen. Laut Steeb würden dadurch entscheidende Impulse zu einem Ja zum Kind ausgehen, was die Gesellschaft dringend brauche. Nach der jüngsten Bevölkerungsstudie bekommt statistisch gesehen jede Frau in Deutschland 1,36 Kinder. Das ist der niedrigste Wert seit 1945.

Kulturkampf zwischen islamischer und westlicher Welt

Der Generalsekretär ging in seinem Bericht ferner auf den Streit um die Mohammed-Karikaturen und die Lage im Nahen und Mittleren Osten ein. „Die fast gleichgültige Toleranz gegenüber Religionsverunglimpfungen im Westen wird angesichts der streitbereiten islamischen Welt Lügen gestraft.“ Zur Situation in Afghanistan und im Irak erklärte er: „Es ist noch nicht ausgemacht, ob die vom Westen erzwungene Befreiung letztendlich doch in einer islamischen Diktatur endet.“ Demokratie könne nur gelingen, wenn sie mit der Einhaltung von Menschenrechten und dem Schutz von Minderheiten verbunden sei. Nach Steebs Worten muss der neue Kulturkampf zwischen der islamischen und der westlichen Welt im Westen zu einer neuen Werteorientierung führen.