05.06.2006

Bad Blankenburg: Betroffenheit nach der Abwahl des Bad Blankenburger Bürgermeisters

Der bekennende Christ Michael Pabst kämpfte für eine geistige Erneuerung Deutschlands <br />

Bad Blankenburg: Betroffenheit nach der Abwahl des Bad Blankenburger Bürgermeisters

Der bekennende Christ Michael Pabst kämpfte für eine geistige Erneuerung Deutschlands

B a d B l a n k e n b u r g, 6. Juni 2006 (idea) – Die Wahl eines Kommunisten zum Bürgermeister von Bad Blankenburg, in dem die Deutsche Evangelische Allianz ihr Zentrum hat, hat in dem Thüringer Kurort Betroffenheit ausgelöst. Bei einer Stichwahl am 21. Mai bekam der PDS-Kandidat Frank Persike 1.623 Stimmen (50,6 Prozent der Stimmen), 41 mehr als Amtsinhaber Michael Pabst (CDU). Die Wahlbeteiligung betrug 50,9 Prozent. Im ersten Wahlgang Anfang Mai lag Pabst, der seit 16 Jahren Bürgermeister ist, mit 45 Prozent Stimmenanteil weit vor Persike (29 Prozent) und dem Bewerber der Freien Wählergemeinschaft, Martin Maisel (26 Prozent). Pabst bezeichnet sich als bekennenden Christen, der Bad Blankenburg als Hoffnungsträger für eine geistige Erneuerung Deutschlands profilieren wollte. Zum 105. Deutschen Wandertag im vergangenen Juli unterstützte er die Verbreitung von 3.000 Exemplaren einer „Wanderbibel“, die neben einer modernen Übersetzung des Neuen Testamentes eine Einführung in den christlichen Glauben, Wanderlieder und ein Grußwort der Vorsitzenden der CDU-Fraktion im Thüringer Landtag, Christine Lieberknecht, enthielt. Vor drei Jahren ermutigte er die Blankenburger Bürger, das Neue Testament auf eine 3,5 Kilometer lange Papierrolle abzuschreiben und quer durch den Ort auszulegen. Bei der letztjährigen Allianz-Konferenz erläutete Pabst seine Position mit einem Wort des evangelischen Widerstandskämpfers Dietrich Bonhoeffer (1906-1945): „Entscheidungen, die die Arbeit fordert, werden einfacher und leichter, wo sie nicht in Menschenfurcht, sondern allein vor Gottes Angesicht gefällt werden.“ Mit anderen Christen hält Pabst, der auch Präsident des Thüringischen Gemeinde- und Städtebundes ist, wöchentliche Gebetstreffen ab.

Evangelische Allianz: Wählervotum wird selbstverständlich akzeptiert

Der 50jährige Pabst wurde 1990 erstmals ins Bürgermeisteramt gewählt. Seither habe er den Ort „mit Gottes Hilfe“ wirtschaftlich vorangebracht, sagte der Stellvertretende Bürgermeister, Georg Jahn (CDU), gegenüber idea. Das jetzige Wahlergebnis zeige allerdings, daß die Aufbauarbeit nicht von allen Bürgern gewürdigt worden sei. Wie Jahn erklärte auch der Direktor des Allianzhauses, Pfarrer Reinhard Holmer, daß das Wählervotum selbstverständlich akzeptiert werde. Man habe 1989 für Demokratie gekämpft. Dazu gehöre, auch ungeliebte Entscheidungen hinzunehmen. So wie man bisher Pabst zur Eröffnung der Allianz-Konferenzen eingeladen und um ein Grußwort gebeten habe, werde man es auch im Blick Persike halten, der das Amt am 1. Juli antritt. Die nächste Konferenz findet vom 2. bis 6. August zu Texten aus der Bergpredigt statt. Man habe vor und nach der Wende für die Obrigkeit gebetet, und daran werde sich auch in Zukunft nichts ändern, so Holmer. Zur künftigen Zusammenarbeit mit dem Rathaus wolle er sich erst nach Ablauf der 100-Tage-Frist äußern, die jedem Politiker zu Beginn seiner Amtszeit eingeräumt werde. Laut Holmer hat sich seine geistliche Verbundenheit mit Pabst nicht auf dienstliche Vorgänge ausgewirkt.