09.01.2006

Evangelische Allianz: Wenigstens zwei Prozent des Tages mit Gott reden

Auftakt zur Gebetswoche: „Ewigkeitsdimension muß wieder unser Leben durchdringen“

Evangelische Allianz: Wenigstens zwei Prozent des Tages mit Gott reden

Auftakt zur Gebetswoche: „Ewigkeitsdimension muß wieder unser Leben durchdringen“

B o n n / B r e i d e n b a c h / C u x h a v e n (idea) – Christen sollten mindestens zwei Prozent des Tages für das persönliche Gespräch mit Gott verwenden, also etwa 30 Minuten. Dafür hat sich der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb (Stuttgart), zum Auftakt der Allianz-Gebetswoche ausgesprochen. Es sei eines der größten heutigen Probleme, daß sich Menschen zu wenig Zeit nähmen für das Reden mit dem „Herrn aller Herren“, sagte er am 8. Januar in Breidenbach (Landkreis Marburg-Biedenkopf). Steeb kritisierte eine einseitige Diesseits-Orientierung des heutigen Menschen. Dieser sei vielfach bestimmt von der Jagd nach Glück, Genuß und Erfolg. Der christliche Glaube vermittele dagegen die Gewißheit, daß man in der irdischen Lebenszeit nicht alles erleben müsse. Christen wüßten „Das Schönste kommt noch“, wie es der Altpietist Fritz Rienecker (1897-1965) formuliert habe. „Die Ewigkeitsdimension muß wieder unser Leben durchdringen“, so Steeb. Die Gebetswoche wird zum 160. Mal veranstaltet. In Deutschland werden bis zum 15. Januar rund 350.000 Besucher an etwa 1.200 Orten erwartet.

Bekämpfung der Armut im Gebet unterstützen

Der Direktor des Evangelischen Allianzhauses, Pfarrer Reinhard Holmer (Bad Blankenburg), unterstrich in Cuxhaven die zentrale Bedeutung Jesu Christi: „Er ist für uns konkurrenzlos. Keine andere Sache der Welt, kein anderes Thema in dieser Welt kann neben Jesus treten.“ Holmer ermunterte die Besucher, die Bemühungen der Politiker für eine Verringerung der Armut in aller Welt im Gebet zu unterstützen. Die Allianz hat erstmals dazu aufgerufen, für die Millenniumsziele der Vereinten Nationen zu beten. Dazu gehört die Halbierung der extremen Armut bis 2015.

Kirchenleiter: Weniger jammern

Starken Zuspruch hatte der Eröffnungsgottesdienst zur Gebetswoche in Bonn. Dort versammelten sich in der Godesberger Stadthalle 820 Erwachsene und 110 Kinder aus 22 Gemeinden. Der Leiter der evangelikal-charismatischen Anskar-Kirche, Pastor Wolfram Kopfermann (Hamburg), kritisierte in der Predigt, daß kein anderes Volk so viel jammere wie die Deutschen. Auch in christlichen Gemeinden werde zu viel Negatives geredet. „Wenn wir anfangen zu jammern, dann ist der Tod im vollen Einsatz. Wenn wir Kinder des Lebens sind, dann öffnen wir uns den positiven Aussagen des Evangeliums.“ Dazu gehörten Erlösung, Vergebung und Gnade. In einem Interview auf der Veranstaltung sagte Kopfermann, seine größte Hoffnung bestehe darin, daß es noch einmal zu einer Erweckung in Deutschland komme.