21.09.2005
Bei Politikern und Christen: Machtansprüche und Rechthaberei
Evangelische Allianz mahnt zur Einheit – Den Glauben gemeinsam bezeugen
Bei Politikern und Christen: Machtansprüche und Rechthaberei
Evangelische Allianz mahnt zur Einheit – Den Glauben gemeinsam bezeugen
L a n g e n s t e i n b a c h (idea) - Politiker und Leiter christlicher Werke weisen häufig ähnliche Verhaltensweisen auf. Das beobachtet der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb (Stuttgart). Machtansprüche und Rechthaberei seien oft wichtiger als die Verantwortung für das Gesamtwohl, stellte er bei der Sitzung des Hauptvorstandes dieser Dachorganisation von mehr als 300 missionarischen diakonischen, pädagogischen und publizistischen Einrichtungen fest, die am 20. und 21. September in Langensteinbach bei Karlsruhe stattfand. Wie in der Politik scheue man auch im evangelikalen Bereich oft schmerzhafte Veränderungen, selbst wenn es keine Alternativen gebe. „Haben wir genügend Mut, zukunftsweisende, weit über den Tag hinausgehende Lösungen für möglich zu erachten, auch wenn es eigene Erbhöfe kosten würde?“ fragte Steeb. Er mahnte insbesondere die etwa 1,3 Millionen hinter der Allianz stehenden Evangelikalen, sich um Einheit unter bibeltreuen Christen zu bemühen. In Städten und Dörfern müßten Christen zusammenrücken, um ihren Glauben gemeinsam zu bezeugen. Steeb regte die Gründung regionaler Allianz-Vereinigungen an.
Begegnung mit charismatischer Dachorganisation geplant
Laut Steeb gibt es in Deutschland weitere Zusammenschlüsse mit ähnlichen Zielen. Im nächsten Jahre kämen Hauptvorstandsmitglieder mit leitenden Mitarbeitern eines „Treffens der Verantwortlichen“ zusammen. Das ist eine lose Verbindung von etwa 150 Leitern von Kommunitäten und charismatisch orientierten Gemeinden, die sich drei- bis viermal jährlich zu Gebet und Gedankenaustausch treffen. Auch Katholiken arbeiten mit. Dieser Kreis hatte im vorigen Jahr einen überkonfessionellen Europatag in Stuttgart mit rund 10.000 Teilnehmern vorbereitet.
Mehr Zusammenarbeit zwischen Evangelisten und Gemeindeaufbau
Zufrieden äußerte sich Steeb über die Entwicklung der von der Allianz angestoßenen Projekte. Das Gemeinde-Ferien-Festival Spring vom 28. März bis 2. April im oberbayerischen Kurort Ruhpolding habe mehr als 3.000 Teilnehmer gehabt. Mit 472 Veranstaltungen habe man allen Altersgruppen ein umfassendes geistliches Angebot gemacht. Angesichts des großen Interesses an biblischer Orientierung werde das Festival jährlich stattfinden. Steeb kündigte auch eine stärkere Zusammenarbeit zwischen evangelistischen Initiativen und der Willow-Creek-Bewegung an, die dem missionarischen Gemeindeaufbau diene. Willow Creek Deutschland gehöre zu den 20 evangelikalen Werken, die - wie der Evangeliums-Rundfunk, die Arbeitsgemeinschaft Evangelikaler Missionen und der Christliche Medienverbund KEP (Konferenz Evangelikaler Publizisten) - besonders eng mit dem Allianz-Hauptvorstand verbunden seien. Unklar sei die Weiterführung der missionarischen Arbeit in der Bundeswehr. Die Arbeitsgemeinschaft Soldatenseelsorge (ags) wird aus personellen und finanziellen Gründen zum Jahresende aufgelöst. Die Militärseelsorge stellt keinen hauptamtlichen Militärpfarrer mehr zur Verfügung. Ob und wie der bisherige Mitarbeiterkreis weiterarbeitet, sei noch offen, so Steeb.