17.09.2005
Arabische Welt: Christen in der Zwickmühle
30 Millionen Christen werden diskriminiert, dürfen sich aber nicht beschweren
Arabische Welt: Christen in der Zwickmühle
30 Millionen Christen werden diskriminiert, dürfen sich aber nicht beschweren
M a r k h a m (idea) – Die bis zu 30 Millionen Christen in der arabischen Welt befinden sich in der Zwickmühle: Sie werden als Bürger zweiter Klasse behandelt, dürfen sich aber nicht öffentlich beschweren, weil sie sonst Schikanen riskieren. Auf dieses Dilemma macht die Kommission für Religionsfreiheit der Weltweiten Evangelischen Allianz (Markham/Kanada) aufmerksam. Nach ihren Angaben stellen Christen etwa sieben bis zehn Prozent der Bevölkerung in den arabischen Staaten. Die meisten gehörten jahrhundertealten orthodoxen Kirchen an, etwa in Ägypten, Syrien, Libanon, Iran und Irak. Vielfach dürften sie keine öffentlichen Ämter bekleiden. Unerträglich sei die Lage ehemaliger Moslems, die Christen geworden sind. Nach dem islamischen Religionsgesetz können Abtrünnige getötet werden. Um den Alltag erträglich zu gestalten, verharmlosten viele Christen ihre Unterdrückung. Dem ägyptischen Autor Magdy Khalil zufolge kehren viele Kirchenmitglieder ihrer Heimat den Rücken, was den christlichen Bevölkerungsanteil weiter senke und damit die politischen Einflußmöglichkeiten verringere. Als ein Beispiel führt Khalil die Situation in den palästinensischen Autonomiegebieten an. Dort sei der Anteil der Christen von 17 Prozent auf unter zwei Prozent gesunken. Die Zurückgebliebenen beklagten immer mehr Übergriffe. Ein Beschwerdebrief an Palästinenserpräsident Mahmud Abbas dokumentiere 93 Angriffe in den vergangenen zwei Jahren sowie rund 140 Fälle, in denen militante Moslems Christen von ihren Grundstücken vertrieben hätten. Abbas habe nicht geantwortet. Die Kommission für Religionsfreiheit ruft die Christenheit auf, besonders während des islamischen Fastenmonats Ramadan vom 4. Oktober bis 2. November dafür zu beten, daß Moslems ihre Haltung gegenüber Christen überdenken. (15.09.05/16:20)