23.10.2005
Mehr Zusammenarbeit zwischen Europas Evangelikalen
Nationale Allianzen und Missionsverbände beschließen Bündelung der Kräfte
Mehr Zusammenarbeit zwischen Europas Evangelikalen
Nationale Allianzen und Missionsverbände beschließen Bündelung der Kräfte
T a v i r a, 21. Oktober 2005 (idea) - Die Evangelikalen in Europa bündeln ihre Kräfte. Das beschlossen die Generalversammlung der Europäischen Evangelischen Allianz (EEA) und die Vollversammlung der Arbeitsgemeinschaft Europäischer Evangelikaler Missionen (EEMA), die vom 19. bis 23. Oktober in der südportugiesischen Stadt Tavira tagten. Beide Organisationen seien dem Auftrag verpflichtet, den christlichen Glauben in Europa und weltweit auszubreiten. Auch bei der Schulung von Führungs- und Nachwuchskräften wolle man verstärkt zusammenarbeiten. In Ländern ohne evangelikale missionarische Dachorganisationen könne die nationale Allianz das Miteinander von Missionswerken fördern. Umgekehrt könnten nationale Allianzen mehr von internationalen Erfahrungen der Missionswerke profitieren. Beabsichtigt sei ebenfalls eine gemeinsame Interessenvertretung gegenüber den europäischen Institutionen in Brüssel. Zu dem 1993 gegründeten evangelikalen Netzwerk „Hoffnung für Europa“, in dem sich einzelne Evangelikale, Gruppen und Organisationen informell treffen, wolle man freundschaftliche Beziehungen pflegen. Die 1952 entstandene EEA vertritt nach eigenen Angaben rund zehn Millionen Evangelikale in 35 Ländern. Die seit 1984 bestehende EEMA umfaßt zwölf nationale Missionsdachverbände, deren Mitgliedswerke rund 11.000 Missionare ausgesandt haben. Vorsitzender ist Wolfgang Büsing (Korntal bei Stuttgart), hauptberuflich Geschäftsführer der deutschen Arbeitsgemeinschaft Evangelikaler Missionen (AEM).
Wenn die Chemie zwischen den Leitungskräften nicht stimmt
Die frühere Unternehmensberaterin und jetzige Dozentin am Oxforder Zentrum für Missionarische Studien, Mee-Yan Cheung Judge, appellierte an die rund 200 Tagungsteilnehmer, persönliche Interessen gemeinsamen Zielen unterzuordnen. Viele Pläne scheiterten daran, daß die Chemie zwischen den Leitungskräften nicht stimme. Häufig wolle jeder nur die Ideen umsetzen, die man selbst für richtig halte. Ein offener Austausch über unterschiedliche Ansichten geschehe zu selten. „Ein jeder sieht oft nur auf das Seine“, so Frau Judge. Eine weitere Schwachstelle christlicher Organisationen sei, daß Führungskräfte häufig zu wenig auf die Fortbildung ihrer Mitarbeiter achteten. Damit erschwerten sie das Umsetzen gemeinsamer Ziele.