18.11.2005

Allianz-Generalsekretär Hartmut Steeb:„Deutschland braucht Christen, die anpacken!“

K n i t t l i n g e n (mk) - Allianz-Generalsekretär Hartmut Steeb sprach im Rahmen einer Vortragsreihe der Ev. Allianz in Knittlingen bei Bretten über die Herausforderungen an die Christenheit angesichts der gegenwärtigen politischen und gesellschaftlichen Lage. Steeb entfaltete in vier Thesen provokant sein Thema:

„Was Deutschland jetzt braucht“

. Für den versierten Nichttheologen wog dabei die fehlende Wertorientierung schwerer als alle Finanzlöcher und die hohe Arbeitslosigkeit. Es stimme zwar, dass man „mit der Bergpredigt kein Volk regieren“ könne, aber ohne sie und die Zehn Gebote gelinge dies auch nicht, forderte Steeb „Vorfahrt für christliche Werte“.

Christen müssten die Verantwortungsträger ihrer Region fragen

, nach welchen Kriterien sie ihre Entscheidungen träfen. Der „größte Skandal“ sei nicht die Staatsverschuldung, sondern „das bedrohte Lebensrecht“. Wer mit dem ungeborenen Leben so umgehe, wie „wir es tun“, der brauche sich nicht wundern, wenn „bald auch Behinderte und Alte zur Disposition stehen“, gab Steeb besorgt zu bedenken. Steigende Soziallasten könnten bald Alte und Schwache unter Druck bringen, ihr Leben vorzeitig zu beenden, befürchtete der Allianz-Chef, der „Vorfahrt für das Leben“ einklagte, aber auch „Vorfahrt für Mütter“ und die Familie, die er gesellschaftlich an den Rand gedrängt und durch berufliche Zwänge überfordert sieht.

Mit der These „Vorfahrt für profilierte Christen“

zog Steeb eine kirchlichinterne Bilanz und rief dazu auf, auch gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. Sein Fazit: „Deutschland braucht dienstbereite Christen, die als erste anpacken und als letzte einpacken“. Unser Land werde nur anders, wenn „die Christen anders werden und sich einbringen“. Schon das Alten Testament rufe dazu auf, der „Stadt Bestes“ zu suchen. Wer „das Gute“ nicht tue, werde „schuldig vor Gott“, schreibe der Jesus-Bruder Jakobus (4,17). Christen müssten treuer für Politiker beten, sich „Bequemlichkeit und Feigheit widersetzen“, ihre Stimme gegen Sünde - auch Pornografie in den Medien - erheben, Leserbriefe schreiben, Mails versenden und Gespräche mit ihren Mitmenschen führen. Jeder könne seine Freizeit sinnvoll zu nutzen für gute Taten in seiner Umgebung. (www.ead.de)