16.11.2005

Missionsfachmann: "Christenverfolgung heute überall möglich"

Herrenberg (epd) Die Religionsfreiheit ist heute weltweit bedroht und "Christenverfolgung ist heute überall möglich". Das sagte Pfarrer Paul Murdoch, der Leiter des "Arbeitskreises Religionsfreiheit Menschenrechte Einsatz für verfolgte Christen", einer Gründung der überkonfessionell tätigen Evangelischen Allianz, in Herrenberg (Kreis Böblingen). Gefahren gingen dabei besonders von einem sich weltweit radikalisierenden Islam, aber auch einem neu erwachenden Hinduismus und Buddhismus aus.

Totalitäre Staaten - wie etwa Nordkorea, Kuba oder Turkmenistan unterdrückten alle Religionen, weil sie ihre Macht durch sie in Frage gestellt sähen, sagte Murdoch. In korrupten Systemen etwa in Afrika oder Mittel- und Südamerika sei Religionsfreiheit oft gegenüber örtlichen oder regionalen Machtmonopolen und -kartellen nicht durchsetzbar. Christen seien aber besonders bedroht durch "feindselige Religionssysteme" und hier derzeit an erster Stelle vom Islam, der weltweit auf Expansionskurs sei.

Eine Folge davon seien Massaker an Christen in immer mehr islamischen Ländern, sie würden vertrieben und ermordet, Kirchen abgefackelt. Für die Radikalisierung des Islam machte Murdoch, der acht Jahre als Missionar in Pakistan war, Erfahrungen aus der Zeit des Kolonialismus, den im Islam als demütigend geltenden Golfkrieg und wirtschaftliche Gründe verantwortlich. Zudem eine neue Sehnsucht nach jenen Zeiten erwachte, als ein einfach strukturierter Islam weite Teile der damals bekannten Welt geprägt habe.