13.11.2005

Deutschland ist mit dem Evangelium noch nicht angekratzt

Parzany bei Willow-Creek-Kongreß: Auch negative Medienberichte sind nützlich

Deutschland ist mit dem Evangelium noch nicht angekratzt

Parzany bei Willow-Creek-Kongreß: Auch negative Medienberichte sind nützlich

B r a u n s c h w e i g (idea) – Christen haben die Öffentlichkeit in Deutschland mit dem Evangelium „noch nicht einmal angekratzt“. Das sagte der Evangelist, Pfarrer Ulrich Parzany (Kassel), auf dem Kongreß „Evangelisation mit Zuversicht“ der Vereinigung „Willow Creek Deutschland“, der am 12. November in Braunschweig zu Ende ging. Es sei eine Illusion zu glauben, daß die Kirchen das Land schon geistlich durchdrungen hätten und daß die christliche Botschaft überall bekannt sei. So hätten 90 bis 95 Prozent der Deutschen noch nie von der Evangelisation ProChrist gehört, deren Hauptredner Parzany ist. Er forderte die rund 2.500 Kongreßteilnehmer auf, den Kontakt zu Zeitungen, Radio und Fernsehen zu suchen. Selbst negative Berichterstattung über christliche Veranstaltungen schaffe Neugier und nutze so der Verbreitung des Evangeliums. Die meisten Menschen würden aber auf christlichen Freizeiten Christen. Wer mehrere Tage mit Christen zusammenlebe, dessen Leben verändert sich. Christen sollten sich jedoch nicht auf eine einzige Methode verlassen, sondern „Gottes riesigen Werkzeugkoffer an missionarischen Möglichkeiten“ nutzen. Die Grundregel der Postmoderne laute: „Alles ist erlaubt, und alles ist gleich gültig." Christen sollten sich dieser Auffassung entgegenstellen, auch wenn ihnen Intoleranz vorgeworfen werde.

Das Evangelium mit Tarotkarten erklären

Die Evangelistin Christina Riecke (Essen) plädierte dafür, sich mit dem Buddhismus und dem Islam zu beschäftigen. Die Weltreligionen seien in Deutschland angekommen, und Christen sollten das Gespräch mit ihren Anhängern suchen. Um Menschen zu erreichen, brauchten Christen eine neue Sprache und neue Bilder. Die meisten Menschen verstünden Formulierungen wie „Wir wollen vor Gottes Angesicht treten“ oder „Das Lamm auf dem Thron“ nicht. Frau Riecke trat dafür ein, nach neuen Wegen zu suchen: „Man kann das Evangelium auch mit Tarotkarten erklären.“ Die Organisation „Willow Creek Deutschland“ verbreitet ein Evangelisations- und Gemeindeaufbaukonzept, das sich auf die Erfahrungen der Willow-Creek-Gemeinde in South Barrington bei Chicago stützt. Diese Gemeinde für Kirchenferne erreicht mit ihren Gottesdiensten am Wochenende rund 18.000 Menschen. Willow Creek Deutschland ist ein "Werk der Deutschen Evangelischen Allianz". Deren Generalsekretär Hartmut Steeb arbeitet im Vorstand von Willow Creek Deutschland mit.