07.11.2005
Tagesthemen und Evangelikale: Kontroverse in der EKD-Synode
Ist es „beschämend“, wenn die ARD über theologisch Konservative berichtet?<br />
Tagesthemen und Evangelikale: Kontroverse in der EKD-Synode
Ist es „beschämend“, wenn die ARD über theologisch Konservative berichtet?
B e r l i n (idea) – Zu einer Kontroverse um einen Bericht in den Tagesthemen der ARD über die EKD-Synode und die Evangelikalen ist es am 8. November im Kirchenparlament in Berlin gekommen. Moderator Ulrich Wickert hatte in der ARD-Sendung am 7. November die Synode zum Anlaß genommen, um über lebendige Gottesdienste und Gemeinden zu berichten. Die Evangelikalen - dazu zählte die ARD unter anderem Baptisten, Methodisten und Charismatiker - wurden als wachsende Bewegung innerhalb des deutschen Protestantismus dargestellt. Der EKD-Ratsvorsitzende, Bischof Wolfgang Huber (Berlin), betonte in einem Kurzinterview, daß man frühere Konflikte mit diesem Flügel des Protestantismus hinter sich gelassen habe und diese auch nicht zu neuem Leben erwecken wolle. In einer Aussprache des Kirchenparlaments bezeichnete die Synodale Christiane Freifrau von der Tann (Tann/Rhön) die ARD-Berichterstattung als „beschämend“. Die Evangelikalen seien als „Konkurrenz“ zur EKD dargestellt worden. Sie kritisierte, wie die Tagesthemen über die EKD-Synode informieren. Eine solche Berichterstattung dürfe nicht noch einmal vorkommen. Der ZDF-Journalist Peter Hahne (Berlin) – Mitglied des Rates der EKD – bat darum, daß das Wort „beschämend“ im Zusammenhang mit den Evangelikalen aus dem Sitzungsprotokoll gestrichen werde. Er verwies darauf, daß sich die Synode mit dem Schwerpunktthema „Tolerant aus Glauben“ befaßt. Ein „Minimum von Toleranz“ gebiete, jemandem die journalistische Freiheit zuzubilligen, am Thema Synode auch die evangelikale Bewegung darzustellen, die ein Herzstück des Protestantismus sei. Bischof Huber betonte, daß die Zeit der öffentlich ausgetragenen Konflikte zwischen EKD und Evangelikalen vorbei sei.