29.03.2005
Aufführung von „Sophie Scholl – Widerstand des Gewissens“ bei SPRING
Ruhpoldinger Widerstandskämpfer Christoph Probst gehörte zur „Weißen Rose“
Aufführung von „Sophie Scholl – Widerstand des Gewissens“ bei SPRING
Ruhpoldinger Widerstandskämpfer Christoph Probst gehörte zur „Weißen Rose“
Ruhpolding (mk/mve). Am Donnerstag, dem 31. März, kommt innerhalb des Gemeindeferienfestivals SPRING in Ruhpolding das Theaterstück „Sophie Scholl – Widerstand des Gewissens“ zur Aufführung.
Das Stück in drei Akten ist eine Produktion des Gospel Art Studio, München. In der Vorankündigung heißt es: „In einer fesselnden Inszenierung, die auch den Zuschauer immer wieder in das dramatische Geschehen einbezieht, werden die Einflüsse und Entwicklungen nachvollziehbar, die es dem Geschwisterpaar ermöglichten, nach anfänglicher Hitlerjugendbegeisterung Wahrheit von Lüge und Gerechtigkeit von Ungerechtigkeit unterscheiden zu können. Das 6-Personen-Stück beruht auf Aufzeichnungen und Archivunterlagen sowie Schilderungen aus dem Bekannten- und Freundeskreis der Familie.“ Noch ein halbes Jahr vor der Hinrichtung hatte Sophie Scholl die rhetorische Frage gestellt: „Denn muss nicht jeder Mensch, einerlei in welcher Zeit er lebt, dauernd damit rechnen, im nächsten Augenblick von Gott zur Rechenschaft gezogen zu werden? Weiß ich denn, ob ich morgen früh noch lebe?“
Bezug zu Ruhpolding haben die Mitglieder der „Weißen Rose“ über „Christl“ (Christoph) Probst, seit 1931 wohnhaft im Ortsteil Zell.
Bevor Luise Schweinöster, geb. Kaltenbacher, Tochter des damaligen Vermieters, durch heimlich empfangene ausländische Radiosendungen von der Hinrichtung des verheirateten 23-jährigen Medizinstudenten, Vater dreier Kinder, erfuhr, kannte sie den nur sieben Jahre älteren Mitbewohner als lebenslustigen Kletterer und Skifahrer, befreundet mit vielen Ruhpoldingern.
Ausdrücklich ist die Ruhpoldinger Bevölkerung zu den Vorstellungen eingeladen und so wird die Zeitzeugin Luise Schweinöster gespannt das Theaterstück im Ruhpoldinger Kurhaus am Donnerstag (Aufführungen um 14.30 und 19.30 Uhr) verfolgen, beherbergte sie doch mehrmals jährlich die Ehefrau des in Stadelheim Hingerichteten, Herta geb. Dohrn.
Nach der Flugblattaktion der Geschwister Scholl, die auch zu Besuch nach Ruhpolding kamen, wurde ein von der Gestapo aufgefundener Entwurf Christoph Probst zum Verhängnis: Verhaftet am 19. Februar in Innsbruck, erfolgte die Hinrichtung durch das Beil nach einem Schnellprozess bereits am 22. Februar wegen „Vorbereitung zum Hochverrat und Feindbegünstigung“.
Bis heute beeindruckte Vater Kaltenbacher seine Tochter Luise, ließ er doch keinen Judenstern an der gemeinsamen Haustür anbringen; für die jüdische Stiefmutter von Christoph Probst, die als Mieterin das Haus nicht verlassen durfte, besorgte er die Lebensmittelkarten und sorgte für den Einkauf.