16.03.2005

Steeb: Die Evangelische Allianz hat ihre Position in der evangelikalen Mitte gefestigt

Mitverantwortung für die Evangelische Allianz auch von der Basis her und in den Regionen fördern

Steeb: Die Evangelische Allianz hat ihre Position in der evangelikalen Mitte gefestigt

Mitverantwortung für die Evangelische Allianz auch von der Basis her und in den Regionen fördern

In seinem Geschäftsbericht in der Frühjahrssitzung des Hauptvorstandes der Deutschen Evangelischen Allianz hat der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb (Stuttgart), an eine Anregung des früheren Allianz-Vorsitzenden Jürgen Stabe erinnert, einen Teil des Hauptvorstandes durch die Vertreter örtlicher Allianzen beim Allianztag wählen zu lassen. Dadurch könne unter anderem die Mitverantwortung der Basis für die geistliche Entwicklung in Deutschland gestärkt werden. Auch regionale Allianz-Zusammenschlüsse könnten hilfreich sein.

Position in der Mitte der evangelikalen Bewegung gefestigt

Steeb zufolge hat sich die Position der Allianz in der Mitte der evangelikalen Bewegung gefestigt. Es gebe ein gutes Miteinander unterschiedlich geprägter Freikirchen und evangelikal ausgerichteter Gemeinschaften, gemeinsame Gebetsveranstaltungen und missionarische Aktionen wie ProChrist und das Projekt „kick off“ zur Fußballweltmeisterschaft 2005 sowie Kongresse und Festivals. Frühere Abgrenzungen seien überwunden. Von theologisch liberalen Kreisen komme allerdings immer wieder „Störfeuer“. So habe z.B. auch der Kirchentag vor einigen Tagen das mit der Evangelischen Allianz verbundene Gemeindewerk „Beit Sar Shalom“ (Berlin) vom Protestantentreffen Ende Mai in Hannover ausgeschlossen mit der Begründung, daß Mission unter Juden unerwünscht sei. Diese Entscheidung weise auf unüberbrückbare Meinungsunterschiede zur Allianz hin.

Antidiskriminierungsgesetz nützt den Familien nicht


In seinem Rechenschaftsbericht plädierte Steeb ferner für ein stärkeres politisches Engagement der Evangelikalen. Insbesondere bei Lebens- und Menschenrechtsfragen sollte die Allianz aktiver werden. Steigende Abtreibungszahlen, Euthanasie-Tourismus in die Schweiz und legale Kindestötungen geborener behinderter Kinder in den Niederlanden dürften Christen nicht schweigen lassen. Kritik übte Steeb am geplanten Antidiskriminierungsgesetz, das Familien nicht als möglicherweise diskriminierte Gruppen nenne. Anders als homosexuelle Partnerschaften hätten Familien keine Möglichkeit, sich gegen eine Benachteiligung beispielsweise auf dem Wohnungsmarkt gerichtlich zu wehren.

Noch nie so große Öffentlichkeitswirkung

Die Veröffentlichungen der Evangelischen Allianz fänden großes Interesse, sagte Steeb. Von ihren Internetseiten seien im vergangenen Jahr knapp 140.000 Broschüren und Publikationen abgerufen worden. Dies bedeute einen Tagesdurchschnitt von rund 380 Schriften. Eine solch große Öffentlichkeitswirkung sei aus früheren Zeiten nicht bekannt.