16.03.2005
Nur wenn Christen gemeinsam auftreten, finden sie Gehör
Vorsitzender Strauch: Die Evangelische Allianz tut, was die Kräfte einzelner Kirchen übersteigt<br />
Nur wenn Christen gemeinsam auftreten, finden sie Gehör
Vorsitzender Strauch: Die Evangelische Allianz tut, was die Kräfte einzelner Kirchen übersteigt
B a d B l a n k e n b u r g (idea) – Die Deutsche Evangelische Allianz sollte ihre Aktivitäten auf das konzentrieren, was die Kräfte einzelner Kirchen oder Gemeinden übersteigt. Das erklärte der Vorsitzende, Präses Peter Strauch (Witten) vom Bund Freier evangelischer Gemeinden, vor dem Hauptvorstand am 16. März in dem thüringischen Kurort Bad Blankenburg. Er ermutigte das Leitungsgremium der Dachorganisation von rund 1,3 Millionen Evangelikalen aus evangelischen Landes- und Freikirchen, sich stärker für die geistliche Entwicklung in Deutschland verantwortlich zu fühlen. Schwerpunkte seien Mission und Evangelisation, gesellschaftliches Engagement und die Stärkung der Einheit unter denen, „die mit Ernst Christ sein wollen“. In einer zunehmend säkularen Welt fänden Christen nur noch Gehör, wenn sie gemeinsam aufträten. Dabei könnten sie an öffentliche Ereignisse anknüpfen, etwa Spielfilme wie „Luther“, „Die Passion Christi“ oder „Sophie Scholl“.
„Selbst aus dem wiedergeborenen Bush ließe sich etwas machen“
„Selbst aus dem wiedergeborenen George Bush ließe sich etwas machen“, sagte Strauch. Der zentrale biblische Begriff „Wiedergeburt“ werde in den Medien ständig benutzt, ohne daß die meisten Journalisten seine Bedeutung kennen. Hier habe die Allianz bessere Möglichkeiten zur Aufklärung als eine einzelne Gemeinschaft. Selbstkritisch fragte Strauch, warum solche Gelegenheiten häufig ungenutzt blieben. Seiner Ansicht nach soll sich die Allianz auch in gesellschaftliche Diskussionen stärker einmischen. Sie habe Arbeitskreise für Politik, Religionsfreiheit, Ausländer und Islamfragen gegründet, damit Fachleute Stellungnahmen für den Hauptvorstand und die örtlichen Allianzen erarbeiten. Ihr Auftrag bestehe nicht nur in gegenseitigem Erfahrungsaustausch. „Wenn wir möchten, daß Christen aus ihren frommen Ghettos kommen, müssen wir dafür sorgen, daß sie Hilfen für ein gesellschaftlich relevantes Christsein bekommen“, so Strauch. Eine weitere Gemeinschaftsaufgabe sei es, Christen zum gemeinsamen Gebet einzuladen. Die Allianz sollte eine „Heiligungsbewegung sein, damit sich Menschen Gott hingeben, um in seiner Kraft für dieses Land zu beten und zu arbeiten“.
Neu im Geschäftsführenden Vorstand: ERF-Direktor und WillowCreek-Geschäftsführer
Bei der Frühjahrsitzung wurden neu in den Geschäftsführenden Vorstand der Allianz gewählt: der Direktor des Evangeliums-Rundfunks, Jürgen Werth (Wetzlar), und der Geschäftsführer von WillowCreek Deutschland, Karl-Heinz Zimmer (Gießen). Dieses neun Personen umfassende Gremium ist für die Ausführung der vom Hauptvorstand getroffenen Beschlüsse zuständig, zu dem etwa 40 Repräsentanten der evangelikalen Bewegung gehören. Werth und Zimmer sind Nachfolger des Leiters des Dienstbereichs Mission im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten- und Brüdergemeinden), Pastor Wilfried Bohlen (Wustermark bei Berlin), und des idea-Leiters Helmut Matthies (Wetzlar), die nicht mehr kandidierten. Werth (53) gehört dem Hauptvorstand seit 1997, Zimmer (49) seit 1992 an. Mitglieder im Geschäftsführenden Vorstand sind neben dem Vorsitzenden Peter Strauch und seinem Stellvertreter, dem Generalsekretär des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes, Theo Schneider (Kassel), Allianzgeneralsekretär Hartmut Steeb (Stuttgart), Schatzmeisterin Hertha-Maria Haselmann (Frankfurt am Main), Allianzhaus-Direktor Reinhard Holmer (Bad Blankenburg), Pfarrer Axel Nehlsen (Berlin) und Gemeinschaftsinspektor Herbert Reber (Schmalkalden/Thüringen).