08.03.2005
Eritrea: Leiter der Evangelischen Allianz ist „Gefangener des Monats“
Kiflu Gebremeske befindet sich seit fast einem Jahr ohne Anklage in Isolationshaft<br />
Eritrea: Leiter der Evangelischen Allianz ist „Gefangener des Monats“
Kiflu Gebremeske befindet sich seit fast einem Jahr ohne Anklage in Isolationshaft
F r a n k f u r t a m M a i n / W e t z l a r (idea) – Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea haben den Leiter der Evangelischen Allianz Eritreas, Kiflu Gebremeske, als „Gefangenen des Monats März“ benannt und zur Unterstützung für ihn aufgerufen. Der frühere Mathematikprofessor an der Universität in der Hauptstadt Asmara befindet sich seit Mai 2004 ohne Angaben von Gründen und ohne Anklage in Isolationshaft. Er ist Mitglied der „Kirche des vollen Evangeliums“. Sie gehört zu zehn Minderheitskirchen, die die Regierung für „illegal“ erklärt hat. Darunter befinden sich auch Adventisten, Presbyterianer und charismatische Kirchen. Seit Mai 2002 wurden von der Regierung über 140 freikirchliche Gemeinden geschlossen und jegliche Treffen untersagt. Die IGFM geht davon aus, daß derzeit rund 500 Christen um ihres Glaubens willen in Eritrea inhaftiert sind. Von den 4,3 Millionen Einwohnern des nordostafrikanischen Landes sind 47,9 Prozent Moslems und 47,4 Prozent Christen, die wie Präsident Issayas Afewerki zumeist der staatlich anerkannten eritreisch-orthodoxen Kirche angehören. Die IGFM erinnerte die Regierung des Landes daran, daß Religionsfreiheit in der Verfassung garantiert und Eritrea 2002 dem rechtsverbindlichen „Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte“ beigetreten ist. Die Organisation ruft dazu auf, in Schreiben an Präsident Afewerki gegen die Inhaftierung von Kiflu Gebremeske und die Verfolgung von Minderheitskirchen zu protestieren