01.03.2005
In sechs Monaten sechs Ehrenmorde in Berlin
Höchste Zeit aufzuwachen: Christliche Werte müssen für alle verbindlich durchgesetzt werden<br />
In sechs Monaten sechs Ehrenmorde in Berlin
Höchste Zeit aufzuwachen: Christliche Werte müssen für alle verbindlich durchgesetzt werden
Die Ermordung einer jungen Türkin in Berlin – laut Polizei – durch ihre Brüder, denen ihr westlicher Lebensstil mißfiel, hat ein breites Entsetzen in der Öffentlichkeit hervorgerufen. Weltweit gibt es nach UN-Angaben jedes Jahr etwa 5.000 solcher „Ehrenmorde“, zumeist in islamischen Ländern. In Deutschland soll es in den letzten Jahren 40 Morde und Mordversuche gegeben haben. Dazu ein Kommentar der Islamwissenschaftlerin Dr. Christine Schirrmacher, Leiterin des Instituts für Islamfragen der Deutschen Evangelischen Allianz und Mitglied im Hauptvorstand der Deutschen Evangelischen Allianz, den sie für die Nachrichtenagentur idea geschrieben hat:
"Warum ist jetzt erneut eine junge türkische Frau in Berlin im Namen der Ehre auf offener Straße erschossen worden? Der Grund: Sie blieb nach ihrer Scheidung allein, war berufstätig und ging gerne aus. Hatün Sürücü ist schon das sechste Opfer, das im letzten halben Jahr in Berlin sterben mußte, weil sie durch ihren „westlichen“ Lebensstil die Familienehre verletzt hatte. Und jetzt? Es ist nicht immer nachvollziehbar, wann es in der Gesellschaft einen Aufschrei gibt und wann nicht, wann mit Lichterketten demonstriert wird und wann alles betroffen (oder gleichgültig?) schweigt. Morde im Namen der Ehre waren allzulange kein Thema in einem Land, das seit fast 45 Jahren ein Zuwandererland für Menschen mit sehr unterschiedlichen kulturellen und religiösen Hintergründen ist. Nur allzu selbstverständlich ging man davon aus, daß sich ihre religiösen und kulturellen Wurzeln im säkularen Umfeld verlieren würden. Ein Teil der Bevölkerung setzte auf Assimilation der Zuwanderer, ein Teil bewunderte im Multikulti-Trend die exotischen Besonderheiten der „Fremden“ – die sie nach wie vor blieben –, und ein Teil ignorierte sie einfach.
Der Islam kann den Ehrenmord aus seiner Theologie heraus nicht begründen. Dennoch kommt er vor allem in islamischen Gesellschaften vor. Dort gehen archaisches Stammesdenken, der Glaube an die öffentlich demonstrierte Stärke der Männer und die Schutzbedürftigkeit der Frauen eine Allianz ein mit der im Islam verlangten strikten Geschlechtertrennung und der strengen Kontrolle über die Frau. Nach dieser Logik kann die verletzte Ehre nur durch Blutvergießen von den Männern wieder hergestellt werden. Hat sich unsere Gesellschaft schon grundlegend mit diesen islamisch-kulturellen Werten auseinandergesetzt? Wohl kaum. Daher ist ein Ehrenmord in erster Linie eine Anfrage an uns, weil er uns die Notwendigkeit vor Augen führt, in dieser Gesellschaft christliche Werte neu einzufordern und für alle verbindlich durchzusetzen. Auch das Thema Zwangsverheiratung gehört dazu. Noch immer werden junge Frauen aus Deutschland mit einem Verwandten in der Türkei in die arrangierte Ehe gedrängt. Ebenso ist das Schlagen der Frauen ein wichtiges Thema, das in einigen Moscheen in deutschsprachigen Ehehandbüchern empfohlen wird. Wegsehen oder hinsehen? Es ist höchste Zeit aufzuwachen: In unserer Gesellschaft darf es keine Empfehlung zu Gewalt, keine Zwangsehe und keinen Ehrenmord geben."