23.06.2005

Gebetsaufruf für Iran: Islamische Revolution ist gescheitert

Vor Präsidentschaftswahl - Weltweite Evangelische Allianz: Unterdrückung statt Paradies<br />

Gebetsaufruf für Iran: Islamische Revolution ist gescheitert

Vor Präsidentschaftswahl - Weltweite Evangelische Allianz: Unterdrückung statt Paradies

H e l s i n k i / T e h e r a n (idea) – Die Weltweite Evangelische Allianz (WEA) ruft die rund 400 Millionen Evangelikalen zum Gebet für den Iran auf. In der Islamischen Republik steht am 24. Juni die Stichwahl für das Präsidentenamt an. Zur Wahl des Nachfolgers von Staatspräsident Sayed Ali Khamenei stellen sich der von Reformkräften unterstützte frühere Amtsinhaber Hashemi Rafsandschani sowie der konservative Mahmud Ahmadinejad. Das Land habe eine Schlüsselstellung in der islamischen Welt, so die WEA, weil es zahlreichen anderen Staaten als Vorbild diene, heißt es in einer Verlautbarung der Kommission für Religionsfreiheit. Die 1979 von dem Religionsführer Ayatollah Khomeini ausgerufene Islamische Revolution sei gescheitert. An Stelle des versprochenen Paradieses hätten Arbeitslosigkeit, Armut und Inflation dramatisch zugenommen. Religiöse Unterdrückung und wirtschaftlicher Niedergang hätten auch zu einem Anstieg der sozialen Probleme geführt, etwa Wohnungslosigkeit, Prostitution, Drogen, Selbstmord und Aids. Ein selbsternannter „Islamischer Wächterrat“ verhindere demokratische Reformen. Wenn dieses Gremium Gesetze als „unislamisch“ bezeichne, könnten sie nicht in Kraft treten. Der Rat ist auch für die Zulassung von Kandidaten bei Wahlen zuständig.
Christen sind „Bürger zweiter Klasse“
Als besonderes Gebetsanliegen nennt die Weltallianz die kirchliche Situation. Im Iran lebten knapp 300.000 Christen in einer ihnen feindlich gesonnenen Umgebung von 68 Millionen Moslems. Nach eigenen Angaben werden Christen als Menschen zweiter Klasse behandelt. Beispielsweise müßten sie eine Kopfsteuer dafür zahlen, daß sie nicht zum Militärdienst eingezogen und nicht zum Islam zwangsbekehrt werden. Leiter der Kommission für Religionsfreiheit ist der Finne Johan Candelin (Helsinki).