10.06.2005

Sri Lanka: Angriffe gegen Kirchen nehmen zu

Christen bedroht - Hundert Buddhisten stürmen Gottesdienst<br />

Sri Lanka: Angriffe gegen Kirchen nehmen zu

Christen bedroht - Hundert Buddhisten stürmen Gottesdienst

C o l o m b o (idea) – In Sri Lanka nehmen Angriffe gegen Kirchen dramatisch zu. Das hat die Evangelische Allianz im früheren Ceylon bekanntgegeben. So hatten sich zehn Christen am 29. Mai zum Gebet in einer Kirche im Ort Kaluvilapothane getroffen, als etwa 100 Buddhisten, darunter ein Mönch, das Treffen störten und die Christen bedrohten. Aus Furcht vor weiteren Übergriffen sagte die Gemeinde den Sonntagsgottesdienst ab. Am 2. Juni wurde eine Familie im Distrikt Batticaloa angegriffen, die einen Teil ihres Grundbesitzes zum Bau eines christlichen Ausbildungszentrums gestiftet hat. Buddhisten brannten das Haus der Familie nieder. Die Angehörigen wurden dabei verletzt. Das Schulungszentrum wird von der Evangelischen Allianz in Zusammenarbeit mit dem kanadischen Zweig der Hilfsaktion Märtyrerkirche gebaut. Vor drei Monaten wurde bereits ein Brandanschlag auf ein Gebäude verübt, in dem Bauarbeiter für das Schulungszentrum untergebracht waren. Bei einem weiteren Vorfall warfen in der Nacht zum 5. Juni Unbekannte die Scheiben des neuen Kirchengebäudes einer Pfingstgemeinde in Ambalangoda in Bezirk Galle ein. Am nächsten Morgen bedrohten Buddhisten die dort versammelten Christen. Wenige Stunden später betraten sie die Kirche und schlugen Besucher sowie den Pastor. Sie zerstörten den Innenraum der Kirche und das Auto des Pastors. Im Jahr 2003 hatten 1.500 buddhistische Mönche für ein Verbot sämtlicher christlicher Aktivitäten demonstriert. Von den 19 Millionen Einwohnern Sri Lankas sind 71 Prozent Buddhisten, zwölf Prozent Hindus und jeweils acht Prozent Christen und Moslems.