06.06.2005

Türkei: Protestanten klagen über Anschlagswelle

Evangelische Allianz ruft zur Fürbitte für verfolgte Gemeinden auf

Türkei: Protestanten klagen über Anschlagswelle

Evangelische Allianz ruft zur Fürbitte für verfolgte Gemeinden auf

S t u t t g a r t, 3. Juni 2005 (idea) – Die evangelischen Gemeinden in der Türkei klagen über eine Anschlagswelle. Dies berichtet der Arbeitskreis für Religionsfreiheit und Menschenrechte der Deutschen Evangelischen Allianz. Innerhalb der letzten sechs Monate seien in mindestens fünf Städten Protestanten bedroht und ihre Versammlungsräume angegriffen worden. Der jüngste Anschlag habe sich am 18. Mai in Izmit westlich von Istanbul ereignet. Die Wohnungstür des Pastors sei mit einem riesigen roten Hakenkreuz beschmiert worden. Unter der Tür habe ein Haßschreiben mit der Aufforderung gelegen, binnen eines Monats die Türkei zu verlassen. Im April hätten Unbekannte Molotow-Cocktails gegen die Internationale Protestantische Kirche in Ankara geworfen und dabei einen Schaden von 10.000 Euro angerichtet. In einem Brief an den Pastor hätten sie es als „islamische Pflicht“ betrachtet, Christen zu töten. Von den rund 69 Millionen Einwohnern der Türkei sind 99 Prozent Moslems und weniger als ein Prozent Christen. Die 55 evangelikal geprägten Gemeinden haben rund 3.000 Mitglieder. Der Arbeitskreis ruft die deutschen Kirchenmitglieder zur Fürbitte für die verfolgten Gemeinden auf. Vorsitzender ist der württembergische Pfarrer Paul C. Murdoch (Großsachsenheim bei Stuttgart).