24.07.2005
Neuwahlen: Konservative Christen drängen auf wertgebundene Politik
Wahlprüfsteine der Evangelischen Allianz im Evangelischen Pressedienst epd
Neuwahlen: Konservative Christen drängen auf wertgebundene Politik
Wahlprüfsteine der Evangelischen Allianz im Evangelischen Pressedienst epd
Stuttgart (epd). Nach der Auflösung des Bundestages hat die Deutsche Evangelische Allianz für eine stärkere Wertorientierung in der Politik geworben. "Wir brauchen wertgebundene Politiker", Opportunisten gebe es genug, erklärte Allianz-Generalsekretär Hartmut Steeb zur Vorstellung von Wahlprüfsteinen für die vorgezogene Bundestagsneuwahl in Stuttgart. Es bestehe die Gefahr, dass die an biblischen Maßstäben ausgerichtete Wertebindung immer mehr ausgehöhlt werde. Gefragt sei deshalb eine "christliche Leitkultur".
In Deutschland repräsentiert die Evangelische Allianz eigenen Angaben zufolge rund 1,3 Millionen Christen aus Landes- und Freikirchen. Ihr Aufruf, der sich an den biblischen Zehn Geboten ausrichtet, wolle Christen ermuntern, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen und die Kandidaten nach ihren Wertmaßstäben zu befragen, heißt es.
Nicht alle aktuellen politischen Fragen ließen sich mit den Zehn Geboten beantworten, wird eingeräumt. Als Kriterien für die Wahlentscheidung werden in den Prüfsteinen die Themen Ehe und Familie, Bioethik mit Embryonenschutz, vorgeburtliche Diagnostik und Sterbehilfe, Religionsunterricht sowie Haltung zum Islam aufgeführt.
Im Einzelnen rügt das Allianz-Dokument das fehlende Eintreten der bisherigen Bundestagsparteien für den Lebensschutz. In diesem Zusammenhang beklagt Generalsekretär Steeb einen "rechtsstaatlichen Super-Gau", der zur gesellschaftlichen Akzeptanz des "Massentötens" beigetragen habe. Unter Hinweis auf den Gottesbezug im Grundgesetz plädierte die Bewegung konservativer Christen für eine "bewusste Bejahung" der Verantwortung vor Gott.