03.07.2005

Auch hannoversche Landesbischöfin will Positionen der Parteien überprüfen

S t u t t g a r t / H a n n o v e r (idea) – Sollte Bundespräsident Horst Köhler den Weg zu vorgezogenen Bundestagswahlen frei machen, wird die Deutsche Evangelische Allianz erneut „Wahlprüfsteine“ veröffentlichen. Das hat Allianz-Generalsekretär Hartmut Steeb (Stuttgart) gegenüber idea angekündigt. Diese „Wahlprüfsteine“ werden sich laut Steeb an den Zehn Geboten orientieren und insbesondere den Schutz für Ungeborene, Alte, Behinderte und Kranke, die Förderung von Ehe und Familie sowie die Bekämpfung der weltweiten Armut in den Blick nehmen. Die Deutsche Evangelische Allianz repräsentiert rund 1,3 Millionen Evangelikale aus Landes- und Freikirchen. An ihrer diakonischen, pädagogischen, publizistischen und missionarischen Arbeit sind mehr als 300 freie Werke beteiligt. Auch zur letzten Bundestagswahl 2002 hatte die Allianz „Wahlprüfsteine“ gedruckt und im Internet veröffentlicht. Nachdem Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) die Vertrauensfrage im Parlament am 1. Juli verloren hat, muß Bundespräsident Köhler binnen drei Wochen entscheiden, ob er das Parlament auflöst und Neuwahlen ansetzt.

Wird EKD „Wahlprüfsteine“ vorlegen?

Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann hat sich ebenfalls dafür ausgesprochen, Kandidaten und Parteien an „Wahlprüfsteinen“ zu messen. Ihrer Ansicht nach sollten durch bevorstehende Reformen Familien nicht geschwächt werden, sagte sie am Rande der in Hannover tagenden Landessynode vor Journalisten. Auch der Umgang mit Flüchtlingen sollte in solche „Wahlprüfsteine“ aufgenommen werden. Die Bischöfin kündigte an, diesen Vorschlag bei der nächsten Sitzung des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) auf die Tagesordnung zu bringen.