24.01.2005

Familienwahlrecht scheitert in Bundestagsausschüssen

Steeb: Seltsam, daß manche Menschen für Demokratie nicht von Interesse sind<br />

Familienwahlrecht scheitert in Bundestagsausschüssen

Steeb: Seltsam, daß manche Menschen für Demokratie nicht von Interesse sind

B e r l i n (idea) - Der Innenausschuß und der Familienausschuß des Bundestages lehnen die Einführung eines Familienwahlrechts ab. Es würde Eltern das Recht geben, stellvertretend für jedes minderjährige Kind eine zusätzliche Stimme abzugeben. Beide Ausschüsse wiesen den im vorigen Jahr im Plenum des Bundestags behandelten interfraktionellen Antrag auf ein „Wahlrecht von Geburt an“ mehrheitlich zurück. Im Innenausschuß stimmte ein einziger Politiker, der sächsische FDP-Abgeordnete Klaus Haupt, für den Antrag. Aus Sicht der Befürworter sei es ein Sieg, das Thema überhaupt auf die Tagesordnung des Bundestags gebracht zu haben, erklärte Haupt gegenüber idea. Das Thema werde trotz der Abstimmungsniederlage weiter Kreise ziehen. Das Familienwahlrecht wird seit Jahren unter anderem vom Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb (Stuttgart), gefordert. „Es ist seltsam, daß manche Menschen offenbar für die Demokratie nicht von Interesse sind“, sagte Steeb jetzt gegenüber idea. Solange nicht jeder Mensch eine eigene Wahlstimme habe, werde „Demokratie und Familienfreundlichkeit unseres Landes ins Gesicht geschlagen“.