12.01.2005

Missionswerken fehlt es an Zielstrebigkeit und klaren Gebetszielen

Weltweite Studie zeigt Vorzüge und Schwächen der europäischen Werke<br />

Missionswerken fehlt es an Zielstrebigkeit und klaren Gebetszielen

Weltweite Studie zeigt Vorzüge und Schwächen der europäischen Werke

K o r n t a l (idea) – Den evangelischen Missionswerken in Europa scheint es bisweilen an Zielstrebigkeit und klaren Gebetszielen zu fehlen. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „ReMAP 2“ der Weltweiten Evangelischen Allianz, die die Arbeitsweise von 600 Missionswerken aus allen Kontinenten untersuchte. Die europäischen Organisationen hätten das ursprüngliche Anliegen der Mission, Menschen zu Nachfolgern Jesu Christi zu machen, „etwas aus den Augen verloren“, sagte der Projektleiter, Missionsdirektor Detlef Blöcher von der Deutschen Missionsgemeinschaft (DMG) in Sinsheim bei Heidelberg, während der Jahrestagung der Arbeitskreises für evangelikale Missiologie in Korntal bei Stuttgart. Blöcher ist auch Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Evangelikaler Missionen (AEM), deren 84 Mitgliedsorganisationen knapp 2.900 Mitarbeiter in 230 Länder entsandt haben. Nur jeder fünfte evangelische Missionar aus Europa arbeite unter Völkern, die vom Evangelium unerreicht seien. Als Kriterium hierfür gelte, daß der Anteil der bibeltreuen Christen an der Bevölkerung unter einem Prozent liege. Die europäischen Missionswerke konzentrierten sich auf Sozialarbeit, Entwicklungsprojekte, medizinische Arbeit und Nothilfe. Andere Schwachstellen beträfen die Aus- und Weiterbildung der Missionare, die Kommunikation zwischen Heimatzentrale und Einsatzort und eine häufig wenig effektive Verwaltung. Zu den Stärken der europäischen Missionswerke zählten eine persönliche Betreuung der Missionare, eine gesicherte medizinische und finanzielle Versorgung, geregelter Jahresurlaub und ein kooperativer Führungsstil. Laut Blöcher entsprechen die Schwächen und Vorzüge den in Europa vorherrschenden gesellschaftlichen Werten. Die europäischen Werke gäben etwa 13 Prozent der Missionarskosten für die Rentenversicherung aus. Dies sei deutlich mehr als bei vergleichbaren Organisationen in Asien, Nord- und Südamerika. An der Untersuchung nahmen 55 deutsche Missionswerke teil, darunter Mitgliedsorganisationen der AEM, des Evangelischen Missionswerks (EMW) und der Arbeitsgemeinschaft Pfingstlich-Charismatischer Missionen (APCM) teil. Schweizer Organisationen wurden nicht befragt.