06.01.2005
Die Botschaft der Flut - ein Beitrag von Wilfried Reuter, auch im Blick auf die Allianzgebetswoche
Der Vorsitzende der Evangelistenkonferenz und Mitglied des Hauptvorstandes der Deutschen Evangelischen Allianz in idea
Die Botschaft der Flut - ein Beitrag von Wilfried Reuter, auch im Blick auf die Allianzgebetswoche
Der Vorsitzende der Evangelistenkonferenz und Mitglied des Hauptvorstandes der Deutschen Evangelischen Allianz in idea
Die Kleine Kanzel: Die Botschaft der Flut
„... wohlzutun und mitzuteilen ...“ (Hebräer 13,16)
Wilfried Reuter
Über 165.000 Tote sind bereits gezählt. Das Ausmaß der Seebebenkatastrophe in Südostasien läßt selbst professionelle Helfer in aller Welt erschaudern. Doch so schwer es fällt: Wir müssen das Grauenhafte auch in einen großen Zusammenhang stellen. Kaum jemandem ist bewußt, daß jeden Tag etwa 30.000 Kinder sterben, weil sie verhungern oder an den Folgen der Unterernährung dahinsiechen. In nur einer Woche verhungern also mehr, als bei der jetzigen Tragödie zu Tode kamen – und es gibt keine entsprechenden Hilfsaktionen.
Dennoch können wir als Christen natürlich nicht angesichts der Katastrophe in Südostasien zur Tagesordnung übergehen. Sehen wir doch: Die Zerbrechlichkeit dieses Planeten wird immer bedrohlicher. Die Armut nimmt zu, während Reiche sich reicher raffen. Die Gräben werden tiefer, und die Brücken, die wir bauen, tragen nicht.
Das Wort aus dem Hebräerbrief nimmt uns in die Verantwortung. In einer zeitgenössischen Übersetzung wird das noch deutlicher: „Und vergeßt nicht, Gutes zu tun und allen zu helfen, die in Not sind.“ Hier sind zumindest drei Ebenen der Hilfe angesprochen:
1. Das Gebet der Christen ist die mächtigste Krisenintervention vor dem Thron Gottes. Die bevorstehende Allianzgebetswoche könnte hier einen aktuellen Schwerpunkt setzen. Besser als der deutsche Bundespräsident Horst Köhler kann ich es auch nicht sagen: „Viele beten für die Opfer, und ich tue das auch.“ 2. Dann müssen wir neu das Teilen lernen: Geben, bis es weh tut! Jeder kennt eine vertrauenswürdige Hilfsorganisation, durch die effektiv geholfen wird. 3. Die immer verheerender werdenden Katastrophen in dieser Welt hat Jesus mit erschreckender Selbstverständlichkeit als Zeichen eines Gefälles am Ende der Zeit genannt („... es werden Hungersnöte sein und Erdbeben hier und dort. Das alles aber ist erst der Anfang ...“ (Matthäus 24,7)). Die erschütternde Katastrophe, die uns sprachlos macht, steht in einem endzeitlichen Zusammenhang. Dadurch wird nichts einfacher! Ganz im Gegenteil. Aber dieser biblische Durchblick kann uns helfen, besser auf Gott und sein Wort und noch viel liebevoller aufeinander zu achten und zu helfen, zu helfen, zu helfen ... Nicht nur jetzt!