01.12.2005

Weltweite Evangelische Allianz: Alle Evangelikalen unter ein Dach bringen

Internationaler Rat tagt erstmals in Deutschland – Einsatz für Millenniumsziele

Weltweite Evangelische Allianz: Alle Evangelikalen unter ein Dach bringen

Internationaler Rat tagt erstmals in Deutschland – Einsatz für Millenniumsziele

B a d B l a n k e n b u r g (idea) – Die Weltweite Evangelische Allianz (WEA) ist weiterhin - wie schon seit der Gründung dieser überkonfessionellen Bewegung im Jahr 1846 - bemüht, die christliche Einheit voranzubringen. Von den 850 Millionen Evangelikalen weltweit zählen über 380 Millionen zu den 124 Mitgliedsverbänden der WEA. Ziel sei, alle unter dem Dach der Allianz zu vereinen, sagte

WEA-Generalsekretär Geoff Tunnicliffe (Markham/Kanada)

bei einem Begegnungsabend am 30. November im Allianzzentrum in Bad Blankenburg (Thüringen). Dort tagt erstmals der Internationale Rat (Vorstand) der WEA. Sie will laut Tunnicliffe eine Plattform für Zusammenarbeit und Partnerschaft bieten und den Evangelikalen eine globale Stimme verleihen. Neben Gebet, Mission und Theologie widmet sich die WEA laut Tunnicliffe verstärkt gesellschaftlichen Fragen, zum Beispiel der Armut. Rund eine Milliarde Menschen müßten mit weniger als einem Euro pro Tag auskommen. Mittels der im vorigen Jahr gegründeten Micha-Initiative wolle die Allianz die Regierungen an die Millenniumsziele erinnern. Im Jahr 2000 hatten sich 191 Staatsführer verpflichtet, die extreme Armut bis 2015 zu halbieren. Die WEA appelliere an die Verantwortung der stärksten Industrienationen, die in der sogenannten G8-Gruppe vertreten sind, sowie an die Vereinten Nationen, bei denen die WEA einen anerkannten Status hat.

Allianz-Initiative hinter den Kulissen aktiv

Neben dem Kampf gegen die Armut stelle auch für Evangelikale die weltweite Aids-Epidemie eine große Herausforderung dar. Ferner nannte Tunnicliffe den Einsatz für Religionsfreiheit, etwa durch den internationalen Gebetstag für verfolgte Christen, das Engagement für Ehe und Familie, für sexuell ausgebeutete Kinder und generell für die Menschenrechte. So drohe in der sudanesischen Provinz Darfur ein neuer Völkermord. Hinter den Kulissen sei ein Netzwerk von evangelikalen Parlamentariern, Rechtsanwälten und Wirtschaftsführern aktiv. Dieses „Forum Erster Schritt“ habe sich zum Beispiel dafür eingesetzt, daß in der Türkei nicht mehr die Religionszugehörigkeit in Personalausweise eingetragen werden müsse. Dies trage zur Diskriminierung von Christen bei.

Für Gleichberechtigung der Frauen

Der

WEA-Vorsitzende

, der Baptistenpastor

Ndaba Mazabane (Durban/Südafrika)

, sagte, die Allianz wolle die Welt verbessern, indem sie die Einheit der Christen fördere. Auch setze sie sich für die Gleichberechtigung der Frau ein. In vielen afrikanischen Ländern bestehe noch eine sehr patriarchalische Ordnung. Außerdem wies Mazabane darauf hin, daß die Jugend weltweit eine immer größere Rolle spiele. In manchen Ländern stellten Jugendliche 60 Prozent der Bevölkerung.

EKD-Ratsmitglied Lindner dankt für Gebetsinitiative

An der Begegnung nahmen außer den Mitgliedern des Internationalen Rats auch Vertreter des Hauptvorstands der Deutschen Evangelischen Allianz teil. Als Gäste waren unter anderen der CDU-Fraktionsvorsitzende im sächsischen Landtag, Fritz Hähle (Dresden), der Bundesgeschäftsführer des Evangelischen Arbeitskreises der CDU/CSU, Christian Meißner (Berlin), und als Vertreterin des Rates der EKD die sächsische Synodenpräsidentin Gudrun Lindner (Dresden) anwesend. Sie würdigte die Allianz als älteste christliche Einheitsbewegung. Besonders ihre Gebetsinitiativen hätten viele Christen in Bewegung gebracht, sich gegen Zukunftsangst einzusetzen. Der deutsche Allianzvorsitzende und Präses des Bundes Freier evangelischer Gemeinden,

Peter Strauch (Witten)

, erinnerte in einem geistlichen Wort daran, daß Gott immer „unterwegs zu den Menschen“ sei. Christen sollten als Reaktion darauf ihr Bestes für Jesus geben. Generalsekretär Hartmut Steeb (Stuttgart) beschrieb die Allianz als eine Gebets-, Bibel- und Missionsbewegung, die christliche Werte in der Gesellschaft vermitteln wolle.