06.08.2005

Weißrußland: Protestanten wollen enger zusammenarbeiten

Gemeinsames Engagement für geistliche Erneuerung und Religionsfreiheit

Weißrußland: Protestanten wollen enger zusammenarbeiten

Gemeinsames Engagement für geistliche Erneuerung und Religionsfreiheit

B a d B l a n k e n b u r g, 7. August 2005 (idea) – Nach deutschem Vorbild entsteht in Weißrußland eine evangelische Allianz. Rund 1.000 baptistische, pfingstkirchliche, charismatische adventistische und unabhängige Gemeinden mit zusammen mehr als 100.000 Mitgliedern wollen künftig enger zusammenarbeiten, um gemeinsam zur geistlichen Erneuerung ihres Landes beizutragen, berichteten Kirchenvertreter bei der Jahrestagung der Deutschen Evangelischen Allianz vom 3. bis 7. August in Bad Blankenburg. Zu den wichtigsten Anliegen gehöre das Engagement für Religionsfreiheit. Nach der Unabhängigkeit 1991 sei die orthodoxe Kirche zur Staatskirche mit großem Einfluß auf Gesellschaft, Kultur und Politik geworden. Andere Kirchen würden massiv benachteiligt. Neue Gesetze untersagten es, daß staatlich nicht anerkannte Gemeinden Gebetshäuser und Kirchen errichteten. Aufgrund schlechter Erfahrungen mit den früheren sowjetischen Behörden scheuten aber viele Gemeinden eine staatliche Registrierung. Gottesdienste in Privathäusern seien illegal und würden mit Geldbußen bestraft. Staatliche Bedienstete, die sich öffentlich zu einer protestantischen Kirche bekenne, müßten mit der Entlassung rechnen. Neben dem Einsatz für ungehinderte Glaubensausübung seien gemeinsame Evangelisationen und Gebetsversammlungen geplant, hieß es weiter. Der Osteuropa-Referent der Deutschen Evangelischen Allianz, Pastor Ulrich Materne (Wittenberge), sagte zu, die Zusammenarbeit der weißrussischen Protestanten zu begleiten. Wünschenswert wäre auch eine Beteiligung der 16 lutherischen Gemeinden, die sich in zwei theologisch unterschiedliche Richtungen geteilt hätten. Weißrußland hat rund zehn Millionen Einwohner. Größte Konfession ist die orthodoxe Kirche mit etwa 1.200 Gemeinden.