06.08.2005
Warum hat das Gebet für Christen häufig einen geringen Stellenwert?
Männer-Gebets-Bund-Vorsitzender: Wenig Anerkennung für „Dienst im Verborgenen“
Warum hat das Gebet für Christen häufig einen geringen Stellenwert?
Männer-Gebets-Bund-Vorsitzender: Wenig Anerkennung für „Dienst im Verborgenen“
B a d B l a n k e n b u r g (idea) – Das Gebet hat im Alltag von Christen häufig nicht den Stellenwert, wie es dem christlichen Glauben entspricht. Das beobachtet der Vorsitzende des Männer-Gebets-Bundes (MGB), Peter Lohmann (Adelshofen bei Heilbronn), der von 1984 bis 1999 das Lebenszentrum Adelshofen und die dortige evangelische Kommunität leitete. Zu seinen Seminaren während der 110. Allianzkonferenz in Bad Blankenburg (Thüringen) kamen zwischen sechs und zehn Interessierte. Arbeitsgruppen über Medien und Politik zogen hingegen mehr als 100 Besucher an. Veranstaltungen mit großer Öffentlichkeitswirkung seien offensichtlich attraktiver als das Nachdenken darüber, wie man die Anliegen der Welt vor Gott ausbreiten könne, sagte Lohmann gegenüber idea. Er bezeichnete das Gebet als „Dienst im Verborgenen“, bei dem man wenig Anerkennung erwarten könne. Besonders Männer, die von Natur aus eher leistungsorientiert seien, bevorzugten Aktionen mit meßbaren Erfolgen. Dies wirke sich auch auf ihr Glaubensleben aus. Anstatt Gott um Problemlösungen zu bitten, krempelten Männer vielfach die Ärmel hoch, um „im Sinne Gottes“ zu handeln. Gebet werde oft als zusätzliche Aktion betrachtet, die man erledigen könne, wenn man genügend Zeit habe. Der 1996 gegründete MGB besteht aus rund 40 überkonfessionellen Gebetskreisen mit zusammen mehr als 500 Teilnehmern. Schwerpunkte sind Ostfriesland, Baden-Württemberg, Sachsen und Österreich. Vorbild ist der über 100 Jahre alte Deutsche Frauen-Missions-Gebetsbund, dessen mehr als 1.000 Gebetskreise in Deutschland und Österreich vor allem alleinstehende Missionarinnen durch Gebet und finanziell unterstützen.