03.04.2005
Keine Anpassung sondern Position
Peter Strauch zum Tod von Papst Johannes Paul II<br />
"Johannes Paul II. war echt und passte nicht in die heute gängigen Schubladen wie: Konservativ, oder Progressiv. Sein unbeirrtes Festhalten am Zölibat, sein Frauenbild, auch seine moralischen und sexualethischen Positionen erschienen den Progressiven geradezu mittelalterlich, dagegen kamen Konservative mit seinen eindeutigen Stellungnahmen zu Themen wie Krieg und Armut nicht zurecht. Doch vermutlich war es gerade diese Gradlinigkeit und die damit verbundene Glaubwürdigkeit, die junge Leute beeindruckte. Dieser Papst passte sich eben nicht an, Widerstand gehörte von Anfang an zu seiner Geschichte. Schon als Bischof von Krakau verweigerte er sich den kommunistischen Machthabern, und seine politischen Stellungnahmen als Papst trugen wesentlich zur Befreiung des polnischen Volkes bei. Festhalten an den Fundamenten, sich aber zugleich den großen Herausforderungen unserer Zeit stellen, das können auch evangelikale Christen von diesem verstorbenen Papst lernen - wenn auch seine und unsere Fundamente durchaus verschieden sind. In manchen theologischen und vor allem ekklesiologischen Fragen gab es keine Übereinstimmungen, anders war das in seinen Stellungnahmen zu aktuellen ethischen Fragen. Sein Eintreten für den Schutz des ungeborenen und geborenen Lebens, seine Stellungnahmen gegen Sterbehilfe und für sozialschwache und hilfsbedürftige Menschen war und ist auch für Evangelikale geradezu vorbildlich. Die unglaubliche Öffentlichkeitswirksamkeit dieses Papstes hat außerdem dazu beigetragen, solche Themen überhaupt medienwirksam in das öffentliche Bewusstsein zu bringen. Unabhängig davon, welche Positionen dabei bezogen wurden, davon profitierten auch evangelikale Christen."
Peter Strauch, Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz zum Tod von Papst Johannes Paul II
Peter Strauch