13.09.2004

Israel: Weiter unklare Rechtslage von Kirchen-Mitarbeitern

Beschränkungen bei langfristigen Visa für Pastoren, Mönche und Missionsleiter

Israel: Weiter unklare Rechtslage von Kirchen-Mitarbeitern

Beschränkungen bei langfristigen Visa für Pastoren, Mönche und Missionsleiter

J e r u s a l e m, 13. September 2004 (idea) – In Israel ist die Rechtslage von Mitarbeitern christlicher Gemeinden und Organisationen noch immer ungeklärt. Pläne der Regierung für eine drastische Verringerung des ausländischen Personals lägen weiterhin auf dem Tisch, erklärte der Vorsitzende der Vereinigung Christlicher Kirchen in Israel (UCCI), Harm Tees, nach einem Gespräch mit Vertretern des israelischen Innenministeriums am 9. September in Jerusalem. Seit über einem Jahr beklagen protestantische, katholische und orthodoxe Einrichtungen, daß ihre ausländischen Mitarbeiter kaum noch langfristige Aufenthaltsgenehmigungen bekommen. Pastoren, Mönche und Leiter großer Missionswerke warten zum Teil monatelang vergeblich auf Visa. Selbst langjährige Mitarbeiter religiöser Institutionen sind inzwischen ohne Aufenthaltsgenehmigung, so daß sie das Land verlassen müssen. Laut UCCI hat die "Internationale Christliche Botschaft in Jerusalem" inzwischen zwölf Mitarbeiter verloren. Im Frühjahr schien sich eine Entspannung anzubahnen. Ministerpräsident Ariel Scharon und Innenminister Abraham Poraz kündigten eine schnelle Lösung des Problems an. Rechtliche Einwände des Justizministeriums stoppten jedoch die Pläne zur dauerhaften Legalisierung ausländischer Mitarbeiter. Der UCCI zufolge sollen religiöse Visa künftig nur noch an Priester und Pastoren ausgegeben werden, die Gemeinden mit mindestens 250 Mitgliedern vorstehen. Alle anderen Mitarbeiter kirchlicher Organisationen könnten statt dessen Ausnahmegenehmigungen ohne religiösen Status erhalten, was zu regelmäßigen Überprüfungen der Aufenthaltserlaubnis führen werde. Eine Umsetzung dieser Regelung beträfe viele kleinere protestantische Gemeinden, darunter die deutsche evangelische Erlöserkirchengemeinde, so die UCCI. Auch Mitarbeiter diakonischer Organisationen, Lehrer an christlichen Schulen sowie Leiter christlicher Hilfs- und Missionswerke würden auf diese Weise generell ihre religiöse Aufenthaltsberechtigung verlieren. Die UCCI ist der israelische Zweig der Weltweiten Evangelischen Allianz (WEA). Zu dem 1956 gegründeten Dachverband von etwa 30 christlichen Gemeinden und Werken in Israel gehören der Verband der Baptistengemeinden, Methodisten- und Pfingstgemeinden, die Gemeinde Gottes, die Kirche des Nazareners, die israelische Bibelgesellschaft sowie christliche Schulen, Institutionen, Missionsgesellschaften und Kommunitäten.