12.09.2004

Indien: Priester brutal ermordet

Indien: Angriffe auf Christen<br />Drohanrufe wegen angeblichem Proselytismus gingen voraus

Indien: Priester brutal ermordet

Indien: Angriffe auf Christen
Drohanrufe wegen angeblichem Proselytismus gingen voraus

 

Neu Delhi, 1. September 2004 (ZENIT.org) – Die Katholiken Indiens sind über die brutale Ermordung von Pfarrer Job Chittilappilly erschüttert; er wurde am frühen Samstagmorgen mit Messerstichen tot aufgefunden. Pfarrer Chittilappilly (71) war seit 45 Jahren als Seelsorger in der syro-malabarischen Gemeinde Our Lady of Grace in Thuruthiparambu im südwestlichen Bundesstaat Kerala tätig.

Obwohl das Tatmotiv noch nicht bekannt ist, sieht das Verbrechen wie eine Hinrichtung aus, teilten die Ermittlungsbehörden mit. Wie die Missionsagentur Fides am Dienstag berichtete, wurde im Pfarrhaus nichts angerührt oder gestohlen. Pfarrer Chittilappilly betete vor dem Gottesdienst den Rosenkranz, als er von seinen Mördern überrascht und erstochen wurde. Der Priester soll bereits seit einiger Zeit durch Drohanrufe eingeschüchtert worden sein. Man werde ihn umbringen, sollte er seine Proselytenmacherei nicht einstellen, drohten die Anrufer. Der Priester stattete auch hinduistischen Familien Besuche ab, bei denen er stets willkommen war. Dies habe jedoch nichts mit dem Abwerben von Gläubigen zu tun, so sein Bischof. ZG04090104


BOMBAY, Indien, 31. August 2004 (ZENIT.org) – Am 26. August griff eine Gruppe militanter Hindus in der Stadt Raika (Orissa) die Kirche Our Lady of Charity an und verursachte nicht nur in der Kirche Schäden, sondern auch an den Häusern einiger Christen, die in der Nähe der Pfarrei wohnen. Es wird berichtet, dass 300 mit Holzstöcken bewaffnete Fundamentalisten das Haupttor aufgebrochen haben, in die Kirche eingedrungen sind und die Muttergottes-Statue, ein Kreuz und andere heilige Bilder zerstört haben. Die Angreifer zerstörten eine Bibel, liturgische Bücher und Messgewänder. Sie zerschlugen auch den Tabernakel und warfen seinen Inhalt zu Boden. Außerdem wurden wertvolle Musikinstrumente, Möbel und elektronische Einrichtungen beschädigt. Nur wenige Tage zuvor war eine katholische Schule in Raikia angegriffen worden worauf hin 200 junge Christen öffentlich protestiert und Intervention und Schutz von den staatlichen Behörden gefordert hatten. Dieser Protest könnte Reaktionen der Fundamentalisten heraufbeschworen haben.

Auch im Bundesstaat Jharkhand wurde eine Pfarrei angegriffen. Der Pfarrer, John Sunderam, liegt nach einigen Messerstichen noch immer im Koma. Albinio Tirkey, der Kaplan der Pfarrei, wurde dabei ebenfalls verwundet. Der Staat Jharkhand wird von der Bharatiya Janata Partei (BJP) regiert, die eine nationalistische und mono-religiöse Ideologie vertritt und von fundamentalistischen Bewegungen unterstützt wird, die sich gegen die Sozialeinrichtungen und Entwicklungshilfe der Kirche stellen. Die BJP war bei den Bundeswahlen am 11. April geschlagen worden.

Orissa wird ebenfalls von der BJP regiert. Es ist einer jener Staaten mit der größten Zahl fundamentalistischer Hindus. Während der letzten Jahre gab es mehrer Vorfälle von Gewalt gegen religiöse Minderheiten und christliche Gemeinden, insbesondere um konvertierte Christen zur Rückkehr zum Hinduismus zu zwingen. ZG04083104