10.10.2004
Mission in Postmoderne und Globalisierung: Jesus bleibt der einzige Retter
Internationales Lausanner Forum bringt missionsengagierte Christen aus aller Welt zusammen
Mission in Postmoderne und Globalisierung: Jesus bleibt der einzige Retter
Internationales Lausanner Forum bringt missionsengagierte Christen aus aller Welt zusammen
P a t t a y a (idea) – Christliche Mission muß sich verstärkt mit den Auswirkungen von Globalisierung und Postmoderne beschäftigen. Das wurde auf dem Forum für Weltevangelisation angemahnt, das vom 29. September bis 5. Oktober in Pattaya (Thailand) stattfand. Die Konferenz mit 1.600 Teilnehmern aus 120 Ländern wurde von der Lausanner Bewegung für Weltevangelisation organisiert, die aus einem Missionskongreß 1974 im schweizerischen Lausanne hervorgegangen ist und sich als „Katalysator“ für Mission versteht. Unter den rund 70 deutschen Teilnehmern des Forums war der Rektor des Tübinger Albrecht-Bengel-Studienhauses, Rolf Hille, der auch als Vorsitzender der Theologischen Kommission der Weltweiten Evangelischen Allianz amtiert. Hille leitete die Arbeitsgruppe zum Thema „Die Einzigartigkeit Christi in der postmodernen Gesellschaft“. Wie er gegenüber idea sagte, seien weltumfassende Bewegungen wie „Lausanne“ und die Weltallianz Ausdruck dafür, daß man die Globalität der Christenheit wahrnehme. Ein Problem der Globalisierung sei, daß die westliche Kultur beinahe alle anderen Kulturen durchdrungen habe. So breite sich in Asien eine verwestlichte Einheitskultur aus. Der postmoderne Mensch zeichne sich dadurch aus, daß es für ihn keine alleingültige Wahrheit gebe, sondern sich seine private Weltanschauung zusammenbaue. Christen könnten demgegenüber deutlich machen, daß das Evangelium keine von Menschen ausgedachte Religion sei, sondern eine umfassende Botschaft für die Ausrichtung des Lebens auf Gott hin. Laut Hille ist auch die Theologie Teil der Moderne geworden: Danach könne sich jeder die Bibel so auslegen, wie er es für richtig halte. So komme es zu einer feministischen, materialistischen oder tiefenpsychologischen Auslegung der Heiligen Schrift. Mission benötige aber eine feste Grundlage, nämlich den Glauben an Jesus Christus als Retter der Menschen. Christen müßten den biblischen Wahrheitsanspruch neu erkennen, „der höher ist als alle Vernunft“. Nur so könne man den Menschen das Wort Gottes predigen.
Christen und nicht-traditionelle Familien
Die Teilnehmer des Forums – 51 Prozent kamen aus der Dritten Welt - beschäftigten sich in 31 Arbeitsgruppen mit Themen, die in einem zweijährigen Meinungsaustausch via Internet vorbereitet wurden. So regten eine Arbeitsgruppe an, daß sich Christen stärker mit „nicht-traditionellen“ Familien beschäftigen, also etwa nicht-ehelichen Lebensgemeinschaften oder geschiedenen und wiederverheirateten Partnern mit ihren Kindern. Ferner sollten sich Evangelisationswerke mehr mit der Frage beschäftigen, wie man dem Glauben am Arbeitsplatz bezeugen kann. In Stellungnahmen zur Bioethik sollten Christen ihre Positionen zum Schutz des Lebens deutlich machen, sich aber gleichzeitig nicht dem Verlangen nach neuen medizinischen Heilungsmethoden verschließen. Ferner wurde zu stärkerer Einigkeit aufgerufen. Die Trennungen der Christenheit stellten die größte Barriere für Durchbrüche in der Evangelisation dar.
Von ausländischen Christen lernen
Fritz Schuler (Mosbach bei Heidelberg), früherer Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Evangelikaler Missionen, plädierte dafür, in Gottesdiensten häufiger die weltweiten Strukturen der Gemeinde Jesu aufzuzeigen. Horst Engelmann (Bergneustadt), Missionsleiter des Missionshauses Bibelschule Wiedenest, plädierte dafür, mehr Christen aus der Dritten Welt einzuladen, um von ihnen zu lernen und die Mission unter Ausländern voranzutreiben. Der württembergische Kirchenrat i.R. Albrecht Hauser (Korntal bei Stuttgart), forderte im Blick auf verfolgte Christen, „die leidende Gemeinde“ stärker auf die Tagesordnung zu setzen.
Leiterin für Westeuropa: Elke Werner
Der neue Vorsitzende der Lausanner Bewegung, der US-amerikanische Theologe Doug Birdsall (Boston), rief die Teilnehmer des Forums auf, die Vision von „der einen Kirche, die das ganze Evangelium der ganzen Welt bringt“, voranzutreiben. Birdsall ist Nachfolger des US-Amerikaners Paul Cedar (Minneapolis). Der bisherige Internationale Direktor, der Australier David Claydon, gab den Stab an den Japaner Tetsunao Yamamori weiter. Dieser tritt für eine ganzheitliche Mission in Wort und Tat ein. Man könne zum Beispiel nicht von missionarischer Verkündigung reden, ohne etwas gegen die Ausbreitung von Aids zu tun. Um flexibler auf regionale Entwicklungen reagieren zu können, ernannte die Lausanner Bewegung Leiter für verschiedene Erdteile. Für Westeropa ist künftig die Religionspädagogin und Publizistin Elke Werner (Marburg) zuständig.