07.10.2004
Eine Freikirche nahe am "Urbild neutestamentlicher Gemeinden"
Generalsekretär Hartmut Steeb im Grußwort zu "150 Jahre Freie evangelische Gemeinden in Deutschland" <br />
Eine Freikirche nahe am "Urbild neutestamentlicher Gemeinden"
Generalsekretär Hartmut Steeb im Grußwort zu "150 Jahre Freie evangelische Gemeinden in Deutschland"
W i t t e n/Stuttgart (dea/idea) – Als „Allianzkirche“ hat der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb (Stuttgart), den Bund Freier evangelischer Gemeinden (FeG) gewürdigt. Anlaß war das Gedenken an die Gründung der ersten FeG-Gemeinde vor 150 Jahren in Wuppertal-Barmen. Die Freien evangelischen Gemeinden hätten „wesentlich dazu beigetragen, daß das Miteinander von Christen aus verschiedenen Denominationen gestärkt wurde, schreibt Steeb in der FeG-Zeitschrift „Christsein heute“ (Witten). Den Gemeinden dieser Freikirche sei es relativ gut gelungen, „dem Urbild neutestamentlicher Gemeinden möglichst weit zu entsprechen“ (Steebs Grußwort im Wortlaut am Schluss der Meldung).
Der Präsident des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten-und Brüdergemeinden) und der Vereinigung Evangelischer Freikirchen, Siegfried Großmann (Seesen bei Hannover), wies in seinem Grußwort auf die Gemeinsamkeiten der beiden Freikirchen hin. Diese seien „das Ringen um eine angemessene Form der christlichen Gemeinde und die Frage nach einem aus der Kraft des Glaubens gewachsenen Leben“. Der Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche und Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen, Walter Klaiber (Frankfurt am Main), würdigte besonders das kontinuierliche Wachstum der FeG und ihr missionarisches Engagement. Der EKD-Ratsvorsitzende, Bischof Wolfgang Huber (Berlin), erinnerte daran, daß das Miteinander von freikirchlichen Gemeinden und Landeskirchen nicht immer einfach gewesen sei. Doch sei die kirchliche Landschaft vielfältiger geworden. Heute sei allen deutlich, daß das Christentum nur eine Zukunft habe, wenn die Kirchen miteinander und nicht gegeneinander arbeiten. Man könne vieles voneinander lernen. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Peer Steinbrück (SPD) erklärte, die Gemeindemitglieder der FeG leisteten „ein ganzes Leben lang Begleitung, Fürsorge und Dienst am Nächsten“. Damit entlasteten sie den Staat. Zum Bund der FeG gehören 414 Gemeinden mit 35.800 Mitgliedern. Als Präses amtiert Peter Strauch (Witten).
Wörtlich schrieb Steeb:
"150 Jahre Freie evangelische Gemeinden. Welch ein Geschenk Gottes für unser Land. Obwohl selbst als eine neue Freikirche entstanden und damit die Zahl der verschiedenen Kirchen und Denominationen erhöhend, haben die Freien evangelischen Gemeinden in den 150 Jahren wesentlich dazu beigetragen, dass das Miteinander der Christen aus den verschiedenen Denominationen gestärkt wurde. Nicht umsonst sehen manche schon den Bund Freier evangelischer Gemeinden als die "Allianzkirche". Zwar wollen sicher alle christlichen Kirchen dem Urbild neutestamentlicher Gemeinden möglichst weit entsprechen; aber an einem solchen Tag des Jubiläums darf man auch als landeskirchlicher Christ ehrfürchtig und dankbar feststellen, dass es in den Freien evangelischen Gemeinden relativ gut gelungen ist und gelingt. Und gerade das macht sie auch zu einem geeigneten Bindeglied zwischen den langen Traditionen sich verpflichtet fühlenden Kirchen und Denominationen und auch jenen, die sich vielleicht gerade in Abgrenzung zu diesen Traditionen ein besonderes Profil meinen geben zu müssen.
Gerade deshalb danken wir auch als Deutsche Evangelische Allianz den Freien evangelischen Gemeinden in unserem Land für ihren Dienst der Evangelisation, des Gemeindebaus und dem weit überdurchschnittlichen starken Einsatz für die Einheit und die Gemeinschaft der Christen über die denominationellen und konfessionellen Grenzen hinaus. Möge unser treuer Herr den Bund Freier evangelischer Gemeinden weiter auf diesem Weg leiten zu seiner Ehre!
Herzliche Grüße
Hartmut Steeb
Generalsekretär"