01.10.2004
Huber: Allianz integriert Abspaltungen an Rändern des Protestantismus
EKD-Ratsvorsitzender würdigt Engagement für die Einheit des Glaubens
Huber: Allianz integriert Abspaltungen an Rändern des Protestantismus
EKD-Ratsvorsitzender würdigt Engagement für die Einheit des Glaubens
B e r l i n / S t u t t g a r t (idea) – Gebet, christliche Einheit und Mission sollten auch in Zukunft den Schwerpunkt der Deutschen Evangelischen Allianz bilden. Das rät der EKD-Ratsvorsitzende, Bischof Wolfgang Huber (Berlin), im Allianz-Magazin „Eins“ (Stuttgart). Seiner Ansicht nach ist die überkonfessionell-integrative Ausrichtung der evangelikalen Dachorganisation wichtig, um die „Fülle von kleinen und kleinsten Abspaltungen und Gemeindeneugründungen an den Rändern des Protestantismus“ an die Einheit der Christen zu erinnern. Die biblische Aufforderung, sich um die Einheit des Glaubens zu bemühen, beziehe sich nicht nur auf die großen Kirchen. Zugleich mahnt Huber vor einer Überschätzung der Kräfte. In der derzeitigen geistlichen Situation könne keine Kirche oder Bewegung eine überkonfessionelle Integration leisten. Jede Gruppierung müsse ihr Profil als „gewichtige, aber nicht einzige Stimme im ganzen Konzert“ darstellen. Im Blick auf den Allianz-Anspruch, eine Bewegung und keine Institution zu sein, mahnt Huber zur Nüchternheit. Wer wie die Allianz seit 1846 wirke, habe auch eine etablierte Struktur mit Konferenzen, Ritualen, Entscheidungsabläufen und sich wiederholenden Ideen hervorgebracht.
Impulstour: Statt erwarteter 20.000 Besucher kamen 12.000
Laut Allianz-Generalsekretär Hartmut Steeb (Stuttgart) hat die „Impulstour“ im Frühjahr gezeigt, daß es unter Christen die Sehnsucht nach Einheit weit verbreitet ist. Allerdings sei es nicht gelungen, das „schlafende Potential“ stärker zu wecken. Zu den Impulstour-Veranstaltungen in acht deutschen Großstädten unter dem Motto „Eins“ seien statt der erwarteten 20.000 Besucher nur 12.000 gekommen. Gleichwohl habe die Allianz mehr Menschen mit ihrem Kernthema Einheit erreicht als jemals zuvor. Etliche Besucher hätten mündlich oder schriftlich versprochen, Mitchristen nicht herabzusetzen und nicht schlecht übereinander zu sprechen. Steeb zufolge wird die Allianz zu wenig als Instrument zur Förderung der Einheit wahrgenommen. Es entstünden immer neue Einheitsbewegungen, etwa im charismatischen Bereich. Daran sei die Allianz mitschuldig. In der Öffentlichkeit habe sie sich gelegentlich mehr durch Abgrenzung als durch Gemeinsames bemerkbar gemacht, so daß viele Außenstehende in Landes- und Freikirchen, Gemeinschaften und neuen Gemeindebewegungen, aber auch in der katholischen Kirche in der Allianz keine Einheitsbewegung sähen.