14.11.2004
Millionen Christen beteten für verfolgte Glaubensgenossen
Für viele Märtyrer ist das Leiden für Christus eine besondere Ehre
Millionen Christen beteten für verfolgte Glaubensgenossen
Für viele Märtyrer ist das Leiden für Christus eine besondere Ehre
S t u t t g a r t / Z ü r i c h, 15. November 2004 (idea) – Millionen Christen in mehr als 100 Staaten haben am 14. November für Menschen gebetet, die wegen des Bekenntnisses zu Jesus Christus unterdrückt und drangsaliert werden. Initiator war die Weltweite Evangelische Allianz, nach deren Angaben sich rund 60.000 christliche Gemeinden am Gebetstag beteiligten. Die Deutsche Evangelische Allianz druckte 22.000 Gebetshefte mit Informationen über Eritrea, Sri Lanka, Iran und Kolumbien, wo Christen besonders massiv dem Druck von Regierungen, Behörden oder religiösen Mehrheiten ausgesetzt sind. Die Schweizer Evangelische Allianz erstellte 7.000 Informationsmappen zu diesen Ländern. Über die Beteiligung lägen den Geschäftsstellen in Stuttgart und Zürich keine Angaben vor, hieß es. Aus Rückmeldungen gehe hervor, daß die Materialien bei Gottesdiensten, Andachten und Gebetsabenden benutzt würden. Dem Vorsitzenden des Allianz-„Arbeitskreises für Religionsfreiheit“, Pfarrer Paul Murdoch (Sachsenheim bei Stuttgart), zufolge werden Christen seit Beginn der Kirchengeschichte um ihres Glaubens willen verfolgt. Weil sie weltliche Herrscher nie als oberste Machthaber anerkannten, bildeten sie in allen Jahrhunderten ein „auszuschaltendes Ärgernis“ für die Regierenden, sagte Murdoch im thüringischen Bad Blankenburg. Viele Märtyrer betrachteten es als besondere Ehre, für Christus zu leiden. Diese Einstellung helfe ihnen, Schmerzen, Folter und Diskriminierung zu ertragen.
Im Gottesdienst: Film über bedrängte Christen in Kolumbien
Laut Murdoch hat der Gebetstag an vielen Orten einen festen Platz im Jahresablauf. Besonders Gemeinden mit Kontakten zu Missionaren oder Kirchen in der Dritten Welt nähmen diesen Tag zum Anlaß, sich intensiv mit der Situation von Christen in anderen Kontinenten zu befassen. Häufig würden Teile des Informationsheftes oder die vorgeschlagene Liturgie übernommen. Beim Gottesdienst der Evangelischen Gemeinschaft München, die zum pietistischen Hensoltshöher Gemeinschaftsverband gehört, ersetzten Länderinformationen und die sich daraus ergebenden Gebetsanliegen den üblichen Fürbittenteil mit Gemeindeanliegen. Aufgehängte Landkarten unterstrichen den besonderen Charakter dieses Tages. Im Hauptgottesdienst der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde in Erlbach (Vogtland) wurde ein Film über bedrängte Christen in Kolumbien gezeigt. Die Gebete wurden von Jugendlichen gesprochen. Auch der Seniorennachmittag und der Gebetskreis befaßten sich mit der Situation verfolgter Christen. Eine Baptistengemeinde in Gütersloh, die den Gebetstag seit fünf Jahren durchführt, verteilte Informationshefte an die 220 Gottesdienstbesucher als Impulse für das tägliche Gebet, wie Pastor Hans-Günter Simon idea sagte. In Böblingen beteten rund 2.000 Teilnehmer der Jahreskonferenz des pietistischen Süddeutschen Gemeinschaftsverbandes in Kleingruppen für verfolgte Christen.