10.03.2004

Thüringischer Ministerpräsident befürchtet "moralischen Dammbruch"

Althaus: Die Gesellschaft mit ihren geringen religiösen Bindungen braucht christliche Politiker

Thüringischer Ministerpräsident befürchtet "moralischen Dammbruch"

Althaus: Die Gesellschaft mit ihren geringen religiösen Bindungen braucht christliche Politiker

S t . A u g u s t i n (idea) - Der thüringische Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) hat zu einem entschiedeneren Schutz des menschlichen Lebens in allen Phasen aufgerufen. Es sei zu befürchten, „daß das Infragestellen des Lebensrechtes am Beginn (straffreie Abtreibung in den ersten drei Monaten) und am Ende menschlichen Lebens (Diskussion über aktive Sterbehilfe) zu einem moralischen Dammbruch führt, dessen Folgen noch gar nicht absehbar sind“. Hier gehe es nicht mehr darum, den Anfängen zu wehren. Dieser Zeitpunkt sei schon längst überschritten. Bei aller Offenheit für den medizinischen Fortschritt zum Nutzen des Menschen müsse man entschieden widersprechen, „wenn über Unverfügbares verfügt werden soll“, schreibt der derzeitige Präsident des Bundesrates in der Zeitschrift „Die politische Meinung“ (St. Augustin bei Bonn). Sie wird von der Konrad-Adenauer-Stiftung herausgegeben. Wer Ungeborenen, Alten, Behinderten und Kranken weniger Achtung schenke, beginne Leben und Würde des Menschen zur Disposition zu stellen. „Er wird die Geister, die er ruft, nicht mehr loswerden.“ Althaus ermuntert Christen in dem Beitrag zum Engagement in der Politik. Die heutige Gesellschaft mit ihren geringen religiösen Bindungen brauche christliche Politiker, „gerade weil sie manchmal dem Zeitgeist widersprechen und der Sache wegen auch einmal unbequem sind“. Sie seien „für viele Hoffnung in einer angsterfüllten Zeit, deren technik- und Wissenschaftsgläubigkeit häufig das Fundament fehlt“. Christen in der Politik seien auch eine Brücke zwischen Kirche und weltlicher Ordnung.