04.07.2004
Impulstour stärkte Bewußtsein für die geistliche Einheit der Christen
Evangelische Allianz: Knapp 12.000 Besucher bei Treffen in acht Städten
Impulstour stärkte Bewußtsein für die geistliche Einheit der Christen
Evangelische Allianz: Knapp 12.000 Besucher bei Treffen in acht Städten
S t u t t g a r t (idea) – Die Impulstour der Deutschen Evangelischen Allianz hat das Bewußtsein für die geistliche Einheit der Christen gestärkt. Dieses Fazit zogen die Verantwortlichen zum Abschluß einer Veranstaltungsreihe vom 24. April bis 3. Juli durch acht deutsche Großstädte. Zu den Treffen in Hannover, Hamburg, Essen, Stuttgart, Chemnitz, Berlin, München und Frankfurt am Main kamen etwa 11.750 Besucher. Zum Programm gehörten biblische Referate sowie Erfahrungsberichte aus der weltweiten und der regionalen Allianzarbeit. Hieran beteiligten sich knapp 5.000 Personen. Beim abendlichen Musical „Noch einmal Kapernaum“, das den Appell zur Einheit mit eingängigen Melodien unterstrich, wurden rund 7.000 Besucher gezählt. Außerdem fanden Jugend- und Kindertreffen, Gebetsnächte und ein Jugendgottesdienst statt. Nach Ansicht des Allianz-Vorsitzenden, Präses Peter Strauch (Witten) vom Bund Freier evangelischer Gemeinden, gehören Christen unabhängig von ihrer Kirchenzugehörigkeit zur Gemeinde Jesu Christi. Das habe Jesus Christus in seinem Gebet um Einheit unter seinen Nachfolgern gemäß Johannes 17 eindeutig herausgestellt. Viele Besucher hätten für diesen über die eigene Gemeindearbeit hinausweisenden Impuls gedankt, sagte Strauch gegenüber idea. In manchen Gemeinschaften gebe es ein großes Leiden unter Abgrenzungstendenzen und Selbstgenügsamkeit.
Dank für Blick über den Gemeinde-Zaun
Besonders solche Besucher, die sich nicht an den traditionellen Allianz-Veranstaltungen wie etwa der jährlichen Gebetswoche beteiligten, hätten den Blick über den Gemeinde-Zaun begrüßt, sagte Strauch weiter. Die Impulstour habe wesentlich mehr Menschen mit dem Allianz-Anliegen erreicht als alle früheren regionalen und bundesweiten Allianztage zusammen. Die Resonanz zeige jedoch auch, daß es leichter sei, Christen für eine größere gemeinsame Aufgabe, etwa eine Evangelisation, zu mobilisieren als zum grundsätzlichen Nachdenken über das Miteinander. Hier gebe es offensichtlich immer noch große Berührungsängste.
Strauch: Kritiker setzten sich nicht mit Inhalten auseinander
Pauschale Verdächtigungen im Vorfeld der Impulstour wies Strauch zurück. Einige Kritiker unterstellten der Allianz ein unbiblisches Einheitsverständnis, ohne sich mit den Zielen und Inhalten der Tour ausreichend auseinandergesetzt zu haben. Beispielsweise sei behauptet worden, daß die Allianz eine Einheit auf Kosten der biblischen Wahrheit anstrebe und die Christenheit letztlich zurück in die Arme „Roms“ führen wolle. Dazu Strauch: „Man redete und schrieb über etwas, ohne dabeigewesen zu sein.“ Er kündigte ein verstärktes Engagement für die Einheit der Evangelikalen an. Ein Zeichen der Ermutigung seien auch die Kinder- und Jugendveranstaltungen gewesen, hieß es. In den Vorbereitungsgruppen hätten Mitglieder von pietistischen und charismatischen Gemeinschaften zusammengearbeitet, so daß mittelfristig mit weiteren gemeinsamen Aktionen zu rechnen sei. In den Tour-Städten fällt die Bilanz zwiespältig aus. Bei einer idea-Umfrage lobten die Verantwortlichen einerseits das abwechslungsreiche und informative Programm sowie die klare Aufforderung zur Verwirklichung der geistlichen Einheit. Dies habe die örtliche Allianzen beflügelt. So beteiligten sich an den Vorbereitungen für die nächste ProChrist-Evangelisation Gruppen, die man bisher nicht im Blick habe, berichtete Siegfried Winkler aus München. Auch in anderen Orten wollten zahlreiche Christen, die bisher kaum Kontakt zur Allianz hätten, künftig mitarbeiten. In Chemnitz hätten sich Besucher entschieden, Christen zu werden.
Besucherzahlen blieben hinter Erwartungen zurück
Andererseits bemängelten die Verantwortlichen, an der inhaltlichen Gestaltung zu wenig beteiligt worden zu sein. Sie hätten zu einem professionell vorbereiteten Nachmittag einladen sollen, ohne an der Vorbereitung ausreichend beteiligt worden zu sein. Dies habe sich negativ auf die Werbung ausgewirkt. Ein weiterer Grund für die weit hinter den Erwartungen zurückgebliebenen Besucherzahlen sei die evangelikale Veranstaltungsflut. Selbst Allianz-nahe Organisationen hätten Parallelveranstaltungen durchgeführt.
Steeb: Zu wenig personelle und finanzielle Mittel
Auch Allianz-Generalsekretär Hartmut Steeb (Stuttgart) räumte ein, daß die Strukturen sowie die personellen und finanziellen Mittel nicht ausgereicht hätten, um die Basis noch stärker zu motivieren. Die Möglichkeiten einer Dachorganisation, eigene Impulse für die geistliche Erneuerung Deutschlands zu setzen, seien offenbar beschränkter, als der Allianz-Hauptvorstand bei seinen Beratungen und Beschlüssen zur Durchführung der Impulstour gedacht habe. Laut Steeb haben die Planungen der rund 550.000 Euro teuren Tour Anfang 2000 begonnen. Die Kosten müssen durch Spenden und Kollekten sowie Eintrittsgelder für das Musical gedeckt werden. Kirchliche Zuschüsse habe es nicht gegeben.