12.01.2004
Gemeinden sollen "Trainingslager" für Mission sein
Auftakt der Allianz-Gebetswoche – Bibelstunden geben geistliche „Kraftnahrung“
Gemeinden sollen "Trainingslager" für Mission sein
Auftakt der Allianz-Gebetswoche – Bibelstunden geben geistliche „Kraftnahrung“
F o r c h h e i m / S c h w a l m s t a d t (idea) – Christen müssen wieder stärker lernen, daß ihr Glaube „kein Spaziergang auf der Sonnenseite des Lebens ist“, sondern mit Kampf und Verzicht zu tun hat. Diese Ansicht haben führende evangelikale Repräsentanten zum Auftakt der Gebetswoche der Evangelischen Allianz vertreten. Sie findet vom 11. bis 18. Januar an rund 1.500 Orten im deutschsprachigen Raum statt. Das Motto „Lebens-Lauf“ wurde von der Allianz in Griechenland vorgeschlagen, wo vom 13. bis 29. August die Olympischen Spiele stattfinden. Der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb (Stuttgart), rief zu einem verstärkten geistlichen Training in den Gemeinden auf. Christen sollten sich nicht nur um die eigene geistliche „Wellness“ kümmern, sondern dazu anleiten lassen, wie sie missionarisch wirken können, sagte er in Auftaktveranstaltungen in Forchheim und Stein bei Nürnberg. Steeb äußerte die Sorge, daß sich christliche Gemeinde „zu einer Art von Kulturvereinen“ entwickelten: „Die einen gehen ins Theater, die anderen in den Sportverein, andere zu den Kleintierzüchtern und wir eben in die Kirche. Das ist unsere Form von Freizeitbeschäftigung.“ Nach Steebs Worten sollten die Angebote in den Gemeinde als „Trainingslager“ fungieren. So hätten Bibelkreise die Aufgabe, „Kraftnahrung zum mutigen Zeugnis für Jesus“ zu geben.
Ein Rennfahrer will Rennen gewinnen, ein Christ Menschen retten
Pfarrer Rudolf Westerheide (Lemgo), Referent der Deutschen Evangelischen Allianz, rief im nordhessischen Schwalmstadt-Treysa dazu auf, zur Ehre Gottes zu leben: „Dabei sind nicht fromme Glanzleistungen gefragt, sondern Übereinstimmung von Leben und Glauben, von Reden und Handeln.“ Der Theologe verglich dabei ebenfalls Sport und Glaube: „Ein Rennfahrer will Rennen gewinnen, sonst wäre er kein Rennfahrer. Ein Christ will für die Errettung anderer Menschen und für die Ehre Gottes in dieser Welt kämpfen. Sonst wäre er kein Christ.“ Der Leiter des Allianzhauses, Pastor Reinhard Holmer (Bad Blankenburg), sagte in Limbach-Oberfrohna bei Chemnitz, Christsein als Kampf sei in der Spaßgesellschaft nicht sonderlich attraktiv. Erst allmählich komme die Erkenntnis der „Väter“ wieder: „Ohne Fleiß kein Preis“. Ein Leben als Christ sei auch deshalb nicht leicht, weil man oft Ablehnung spüre. Wer nach den Maßstäben Gottes lebe, sei eine ständige Herausforderung für andere Menschen und deren Lebensweise. Christen sollten ihren Glauben dennoch gern bezeugen: „Wir wollen nicht Tranfunzeln sein, sondern Positionsleuchten für Jesus in einer Welt, die Orientierung braucht und Leute, die mutig vorangehen, auch in schwerer werdenden Zeiten“, so Holmer vor rund 300 Besuchern.
Frankfurt am Main: Christen beteten einen Tag rund um die Uhr
Die Evangelische Allianz in Frankfurt am Main veranstaltete zum Auftakt der Gebetswoche ein 24-Stunden-Gebet, an dem sich abwechselnd rund 250 Christen aus 16 Gemeinden, Werken und Gruppen beteiligten. Darunter waren Mitglieder der Jesus-Freaks, einer katholischen Beter-Gruppe und einer brasilianischen Gemeinde. Die Teilnehmer beteten dabei gezielt für die Gemeinden, die Stadt Frankfurt und Deutschland. Zu einem gemeinsamen Eröffnungsgottesdienst mit dem Direktor des Evangeliums-Rundfunk Jürgen Werth kamen rund 600 Besucher. In Augsburg feierten Christen aus 15 landes- und freikirchlichen Gemeinden zum Auftakt gemeinsam einen Gottesdienst. In der vollbesetzten Kirche St. Anna erteilte Dekan i.R. Rudolf Freudenberger einem „Namens- und Kuschelchristentum“ eine Absage. Er rief die Zuhörer auf, Gott und den Mitmenschen engagiert zu dienen. Wie Allianz-Generalsekretär Steeb mitteilte, wurden an zahlreichen Orten erstmals Eröffnungsgottesdienste auf Allianz-Ebene veranstaltet.